! Beobachtungen, abnorme, amorphe Körper. 373
! pkilos. 'Irausrrot. 1814 x. 416; 1815 x. 1; 1816 p. 463,i die Hauptarbeit; 1818 p. 259.j Lcllnb. 1'ran8uot. 1816 VHI. p. 355.
§. 17. Wenige Beobachtungen von Biot und Savartüberdie Polarisation des Lichts durch schwingende Glasplatten ausge-nommen (51öm. cko l'Xcall. Ilist 189. IV.; Gilb. Annal. I.XV.p. 26), liegt die Untersuchung seitdem beinahe ganz brach', wassehr zu bedauern ist. Denn die Arbeiten Brewster's stammen»us einer Zeit, wo man über das Wesen der Lichtpolarisation' sehr unrichtige Ansichten hatte. Jetzt wiederholt, und mit dem, wasman über dieDichtigkeits-Veränderungen in comprimirten oder schwin-, genden Körpern weiß, combinirt, würden sie uns über viele Punctein der Lehre von der Elasticität Aufschluß geben.
Seebeck und Brewster begingen über dieses den Fehler, dasschnell gekühlte Glas, weil es den Krystallblättchen ähnliche Erschei-nungen zeigte, für krystallisirt zu halten. Jenes Glas ist vielmehr,wie auch sein Ursprung zeigt, von einer regelmäßigen Structur wei-ter entfernt als gewöhnliches Glas, denn auch hier ist es die schnelleAbkühlung, welche die wahre Krystallisation verhindert. Bei denKrystallen sowohl als dem gekühlten Glase ist es zwar die Verschie-denheit der Cohäsionskräfte in verschiedenen Richtungen, welche diePolarisation hervorrufen, aber dieses geschieht auf sehr verschieden-artige Weise. In dem Krystall ist das Charakteristische, daß ein jederTheil sich im Gleichgewichte befindet und dem andern gleich ist. AlleStellen im Krystall, sie seien in der Mitte oder am Ende, wirkendaher auf gleiche Weise. Die Polarisation hängt nur von der Rich-tung des Strales ab, aber gar nicht von dem Orte in Beziehung! auf die Grenzen des Körpers. So ist es nicht im Glase. DieTheile sind nicht im Gleichgewicht, und ihre Lage verändert sich,wenn man das Glasstück durchbricht. Verschiedene Stellen wirkendaher auf ungleichförmige Weise und die Polarisation ist von derGestalt des Glases abhängig. Ein schwacher Sprung, der die Con-
! tinuität des Glases aufhebt, ändert auch die Farben ab.
^ §. 18. Die Abnormität macht diese amorphen Körper auch
i spröder. Spröde ist eine Substanz, die keiner bleibenden Aende-rung fähig ist, ohne zu zerbrechen. Bei Biegung und Drehung be-
schränkt sich die Wirkung gewöhnlich auf die unmittelbar erschütterteStelle und nur bei starkem Drucke oder Stoß, die überhaupt nur