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Cohärenz der Festen, Gefi'ige.
mittelbar ein Zerreißen hervorbringen können, pflanzt sich die Wir-kung auf entfernte Theile fort. Bei abnormen Körpern aber, wel-che, wenn die Abnormität einen hohen Grad erreichen soll, immerauch spröde sein müssen, tritt zu dieser äußern Wirkung des Zcr-brechcns noch eine innere Ursache, wodurch die Wirkung selbst weitüber den ursprünglich gespannten Drt hinausgeht und oft derUrsache gar nicht angemessen zu sei» scheint. Der Körper besteheaus einem dicken und einem dünnen Theile. Die Kraft, die nöthigist, beide zu zerbrechen, ist von ihrem Durchmesser und ihrer Längeabhängig; aber die Wirkung ist in beiden Fällen oft dieselbe, näm-lich eine Zertrümmerung des Ganzen, ein Beweis, daß sie nichteine unmittelbare Folge der angewendeten Kraft ist, sondern daßdiese bloß deßhalb eine so große Wirkung hervorbringt, weil innereKräfte dadurch angeregt werden. Wie z. B. ein aus prismatischenSteinen ohne Mörtel gebauetes Gewölbe, einer von oben wirkendenKraft einen großen Widerstand entgegenstellt, bei einer von nutenwirkenden aber fast bloß das Gewicht eines einzigen Steines über-wunden zu werden braucht, um das Gewölbe zum Einstürze zu brin-gen. Dieses Glcichniß giebt ein ziemlich treues Bild von der An-ordnung der Theile in den sehr abnormen Körpern. Man mußdaher in der Sprödigkeit zwei Momente unterscheiden, die Wir-kung, welche die äußeren Kräfte nnmitelbar hervorbringen,und die auch in stetig struirtcn Körpern statt findet, und die in-nern Kräfte, welche rege werden, indem an einem Orte der Zu-sammenhang der Theile unterbrochen ist. Ich will die zweite Ur-sache abnorme Sprödigkeit nennen.
Alle Glassorten, welche die oben beschriebene Einwirkung auf'sLicht haben, sind abnorm spröde und brechen bei sehr geringen äu-ßern Kräften. Am ausgezeichnetsten sind in' dieser Beziehung dieSpringgläser.
Springgläser.
§. 19. Man hatte in den deutschen Glashütten die großeSprödigkeit von Glas, das glühend in kaltes Wasser geworfen war,seit langer Zeit gekannt, ohne darauf zu achten, bis man in derMitte des 17ten Jahrhunderts in den Niederlanden darauf auf-merksam wurde und es wissenschaftlich untersuchte. In dem 1671erschienenen Werke Mvntanari's 8peoulut. üsiolrs sind alle mit ih-rer Bildung und ihrem Zerbrechen verbundenen Umstände so voll-