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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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Krystallisirbarkeit. 389

ratur so vereinigen, daß die Spur der frühern Begrenzung fastverschwindet.

§. 43. So bedeutend diese Unterschiede zwischen krystallini-schen und nicht krystallinischen Substanzen auch sind, so werden siedoch durch jede Zwischenstufe vermittelt. Die Schweißbarkeit, einesder charakteristischen Kennzeichen der unkrystallinischen Körper, vielleichtder eigentliche Grund der übrigen erwähnten Erscheinungen, findetsich auch bei Stoffen, die oft in deutlichen Krystallen vorkommen.Platinastaub, dessen Theile so klein sind, daß man sie mit dem Mi-kroskope nicht einzeln erkennt, wird bloß durch Druck zu einerdichten Masse; eben so verhalten sich alle andren Metalle in mehroder weniger hoher Temperatur, alle krystallinischen Oele, mehrereweiche Salze.

Bei geschmeidigen Krystallen, die keine deutlichen Durchgängehaben, reicht bloßes Abschleifen der Oberfläche schon hin, um jedesMerkmal der Krystallisation zu zerstören. Aggregate von Indivi-duen, die sich einzeln unsrer Beobachtung entziehen, oder Krystall-theile, wie z. B. Bleiiodurschüppchcn, die einzeln wohl kenntlich sind,aber sich unregelmäßig über einander häufen und an einander haf-ten, bilden dem Anscheine nach amorphe Massen. Indessen würde»sich diese Körper wahrscheinlich immer noch durch ihr Verhalten inhöherer Temperatur von den unkrystallinischen unterscheiden. FeineGemenge von Krystallen mit einem heterogenen Stoffe verhaltensich ihnen aber ganz gleich. Gehärteter Stahl, ein Gemenge vonEisenkörnern und Kohleneisen, ist in allen seinen Eigenschaften, diePolarisation ausgenommen, ein Glas. In höherer Temperatur er-weicht er, und geht in den Zustand der vollständigen Flüssigkeitallmälig über. Eben so verhalten sich mehrere nicht chemischeMetalllegirungen, und wahrscheinlich ist es ein allgemeines Gesetz,daß in Gemischen, die aus einer großen Anzahl, fein »ertheil-ter Individuen von verschiedener Beschaffenheit bestehen, derSchmelzpunct nie plötzlich eintritt. Denn zuerst wird der schmelz-barere Bestandtheil flüssig, im Stahl z. B. das Kohleneisen, undnun werden die einzelnen Eisentheile beweglich, und diese Beweg-lichkeit nimmt mit dem Fortschreiten der Temperatur zu, indemimmer größere Mengen Eisens in die schon flüssigen Bestandtheile auf-gelöst werden, bis die ganze Masse flüssig geworden ist. Daß aberdie Liquefaction eines Bestandtheils das Zerfallen des Ganzen nicht