Cohärenz der Festen, Clementarbeweguugen.
dieselbe elementare Bewegung erleidet, wird sie i» einer Verdichtungnach der Längenrichtung und eine Verdünnung nach den Quer,richtungen bestehen. Ganz ähnliche Resultate fand Eytelwein (§. 89)und ähnliches ist unstreitig auch bei andren Wirkungsweisen der äu-ßern Kräfte der Fall; nach der Entfernung der Kraft wird ein Theilder elementaren Bewegung negativ werden und sich so verhalten,als wenn der Körper fortdauernd von einer Kraft gespannt wäre,welche auf alle Theile eine der früher thätigen Kraft ganz entgegen-gesetzte Wirkung hat.
Sobald das Gewicht entfernt ist, tritt also eine Reactionein. Die Structur-Veränderung, die in dem Körper bleibt, ist der-jenigen entgegengesetzt, welche da-5 Gewicht während seiner Thätig-keit hervorbrachte. Der Ausdruck Reaction wird in der Physik undPhysiologie nicht selten gebraucht, um eine Kraft zu bezeichnen,welche das Entgegengesetzte von dem hervorzubringen strebt, wasäußere Kräfte erzeugen. Mit dieser Reaction ist diejenige, von derich vorher gesprochen habe, nicht zu verwechseln; sie ist nicht eineursprüngliche Kraft, sondern nur ei» Phänomen, ein Prvduct vonder Structur, welche ein Körper unter dem Einflüsse einer über-wiegenden äußern Kraft angenommen hat, die mit ihr daher ineinem gewisse» Gleichgewichte steht und aufhört, sobald die Ursache,die sie erzeugte und aufrecht erhielt, entfernt ist.
§.94. Diese Reaction hebt auch in den bis jetzt bekannten Beispielendie Structur «Veränderungen, welche die äußere Kraft hervorgebrachthat, niemals gänzlich auf und es bleibt im Körper immer noch einebedeutende bleibende Aenderung zurück, welche zwar auch wiedermit der Zeit verschwinden würde; aber diese Zeit ist oft so langund der Körper während dessen so viel neuen Angriffen von äußerenKräften unterworfen, daß man in dem einmal einer fremden Kraftunterworfen gewesenen Körper ohne neue Schmelzung das gleichförmigeGcfüge nicht wieder erlangen kann. Besonders abnorm sind Me-talle, sie mögen durch Schmelzen aber durch den Hammer oder dieWalze oder den Drahtzug ihre gegenwärtige Gestalt erlangt haben,indem in dem einen Falle die frühere Abkühlung der Oberfläche,in dem andern die mechanische Kraft das Gefüge geändert hat.Diese Unterschiede der Structur zeigen sich zwar nicht in derSpannkraft, desto mehr aber in den Cohärenzerscheinungen, welche in