Vierte Vorlesung. 101
nie Jemand „nissig, und das Ganze erreicht das Maximumder Schnelligkeit.
Die Vertheilung der von dem Menschen verrichteten Arbei-ten hat den Vortheil, daß sie eine Menge einfacher, und soregelmäßiger Verrichtungen darbietet, daß die Mechanik siemit äußerster Leichtigkeit vollbringen kann.
So kann man in dem Beispiele, das ich so eben an-führte, gebrauchen : Schleifsteine, um Handvollwelse die fa-brikmäßig gemachten Stecknadeln zu schleifen; Haspel, umauf einmal in großer Anzahl die Iwingelchen zu biegen,welche Stecknadelköpfe geben sollen; Scheeren, die mit einemeinzigen Schnitt viele Metalldrahre aus einmal in der Langeabschneiden, die nöthig ist um den Draht der Nadeln dar-aus zu machen. Hingegen wäre es sehr kostspielig und sehrschwierig, eine einzige Maschine zu machen, die Drahte beimHerauskommen aus dem Zieheisen aufnähme, und sie alleinverarbeitete, bis sie in Stecknadeln verwandelt waren durchverschiedene und sehr verwickelte Bewegungen.
Die Vertheilung der Arbeit hat also den Vortheil, dieArbeiten des Menschen schneller, und ihre Verbindimg mitdenen der Maschinen leichter, wie auch wirksamer zu machen.
Die Wiederholung der nämlichen einfachen Bewegungen,wie wir gesehn haben, wird zuletzt unsern Organen so leicht,daß wir sie machen, ohne daß unser Verstand daran Theilzu nehmen scheint. Dieser Mangel an Verstandesübung, hatman gesagt, ist ein wichtiger Nachtheil; er bringt den Men-schen dem Thiere nahe; er macht aus der Vervollkommnungder mechanischen Künste ein wahres Unglück.
Es ist ein trauriges Zeugniß, das man sich geben muß,-- sagt ein sinnreicher Schriftsteller, daß man nie in seinem-- Leben die Geschicklichkeit gehabt habe, mehr als den zehnten„ Theil einer Stecknadel zuwege zu bringen." Dies ist derunvermeidliche Nachtheil des Fortschreitens der Künste.
Allein um gegen den Kunstfleiß gerecht zu seyn, muß mandie Sache anders ansetzn als in ihren Einzelnheiten, und