fern verdiente, als ihm der Himmel die seltene Gabeverlieh, tüchtige Männer zu finden, zu wählen und anihre gehörigen Stellen zu setzen. *)
Als sein naher Tod nicht mehr zweifelhaft war,war auch seine Macht verschwunden: Höflinge, Mai-tressen und selbst der Beichtvater hatten ihnsich selbst überlassen; ärmer als der ärmste seinerUnterthanen wurde er des Trostes der Theilnahme ir-gend eines der Menschen, die er erhöhet und bereichertbatte, beraubt, wie Carl V. nach seiner Entsagung aufden Thron, wie Napoleon nach seinem Fall. WelcheLehre für die Fürsten, wenn sie belehrt seyn wollten!Die Neigung der Hofschranzcn zum Monarchen dauertnur so lange, als sie — einträgt. Das Volk frohlockteüber seinen Tod, wie es nach dem Hinscheiden Ludwig'sdes Heiligen, des zwölften Ludwig's und Heinrich's IV.in Schmerz versunken gewesen.
Die Folgen dieser traurigen Ergebnisse äußerten sichnoch schrecklicher unter der Regentschaft des Her-zogs von Orleans. Die zügellosesten Ausschweifun-gen und die Sittenlosigkeit dieses Fürsten und seinesGünstlings, des „geräderten" (raus) Dubois, dieVerhöhnung und Verspottung alles Ernsten (von Fried-rich II. nachgeäfft und durch weitere Nachäffung dieses„philosophischen" Monarchen in die höheren Cirkel bisauf unsere Tage fortgepflanzt), die Entweihung des
*) So die Condö. Turenne, Vauban. Luxemburg. Schomberz,Catinat; — den Admiral du Quetne; die Minister Louvoir undColbert, und Fenelo», den trefflichsten Erzieher der Prinzen.