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Neue Theorie des Ufer- und Strombaues : erläutert durch die Geschichte der Wasserbauten an dem Süder-Dithmarsischen Elbufer / von W. Meissner
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zelne Mittel gesucht; und iu keinem Theile der Wasser-baukunst ist dies mehr geschehen, als bei dem Strom-»md Uferbau, nirgends werden auch große Geldsummenunnützer verschwendet und die verlangten Zwecke wenigererreicht.

Ein Blick auf die Geschichte und Literatur derWasserbaukunst wird zeigen, daß der unvollkommeneZustand dieser Wissenschaft selbst, hiervon die Schuld tragt.

Die Italiener waren die Ersten, welche das Ver-halten des Wassers wissenschaftlicher Betrachtung un-terwarfen , dabei aber schon den Grund zu einer gewissenEinseitigkeit legten, welche nachher iu einzelnen Theilendieser Wissenschaft mehr oder weniger geherrscht hat.Denn da sie und ihre Nachfolger die physikochemischenEigenschaften des Wassers nicht genrig würdigten unddasselbe mehr geometrisch oder nach Analogie der Mecha-nik fester Körper untersuchten, so konnten sie nicht aufdie ersten einfachen Satze, auf welchen die ganze Wis-senschaft beruhet, kommen; nämlich:

daß bei dem Wasser im Zustande der Ruhe allesDruck, und bei der Bewegung desselben, alles Fallist, und nach den verschiedenen Gesehen des Gleich-gewichts und des Falles beurtheilt werden muß."

Airstatt dieser einfachen Grundlehreu findet manselbst noch in den neuesten Schriften, fortwährende Ver-mischungen und Verwechselrnrgen hydrostatischer undhydraulischer Grundlehreu. Doch verdanken wir denItalienern die ersten richtigen Versuche und Erfahrungenüber Druck und Geschwindigkeit des aus Gefäßen ans-fließendcn Wasserstaus welchen Andere nicht innnerrichtige Folgerungen gezogen haben. Uebrigens darfrnan bei ihnen keine Belehrungen über das Verhaltender Ströme, welche Flnth und Ebbe haben, suche»,da sie dieselben gar nicht kennen.

Belidor, der durch seine Architeelure hydrauliquesich das Verdienst erworben hat, diese Wissenschaft zu-