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Neue Theorie des Ufer- und Strombaues : erläutert durch die Geschichte der Wasserbauten an dem Süder-Dithmarsischen Elbufer / von W. Meissner
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Mit den Gesetzen, nach welchen sich das Waffer beiseiner Bewegung richtet, ist es noch nicht zu solcher Be-stimmtheit gekommen, und es herrschen darin noch mancher-lei Zweifel und irrige Meinungen.

Besonders hat man bei der Anwendung der Hydro-technik Ursach und Wirkung zu oft verwechselt, und daherfür verschiedene Zwecke die Mittel unrichtig gewählt. Ob-gleich Ufer- und Strombau sich darin wesentlich von einan-der unterscheiden, daß der erste gegen die Beschädigungender Ufer, der andere zu Erhaltung der Erzeugung einerguten, meistens auch zu einer für die Schifffahrt brauch-baren Strombahn dienen soll; auch richtig angewendeteMittel zwar oft beide Zwecke zugleich bewirken können, sowerden nach falschen Grundsätzen gemachte Anlagen, dochimmer, bald auf einer, bald auf der andern Seite größereUebel erzeugen, als wogegen sie ursprünglich gerichtet waren.

II. Abschnitt.

Verhalten des Wassers bei seiner Bewegung.

§. 11 .

Die Bewegung des Wassers ist von zweierlei Art;entweder wird dieselbe von äußern Kräften, durch den Stoß,wie bei Spritzen, durch den Druck der Luft, wie bei Pum-pen u. s. w., hervorgebracht; oder sie entsteht von der imWaffer selbst befindlichen Schwere seiner Theile.

Nur diese von seiner eigenen Schwere verursachte Be-wegung kommt bei Strömen oder fließendem Waffer über-haupt vor, und mit derselben habe ich mich daher hierallein zu beschäftigen.