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bloßen Uferbekleidungen, die nur subjektive Festigkeit der-selben gleichförmig zu unterhalten bestimmt sind, rede ichhier nicht) und auf die Menge- von Bauwerken, die anvielen Ufern angelegt worden sind und deren Anzahlman noch jährlich vermehren muß, um den schädlichenWirkungen der vorher angelegten zu widerstehen; auchwie dadurch die Uferbeschädigungen immer weiter fortge-pstanzt werden; ferner dahin: daß in fast ähnlichen lagenein Strom, der durch solche Kunstmittel nicht irritirtworden, seine Ufer unbeschädigt erhält; so sollte manlängst begriffen haben:
daß man mit Theorie und Praxis sich nicht aufdem rechten Wege befinde. *)
*) Wenn man alle die Bemühungen, welche verschiedeneSchriftsteller angewendet haben, um mit Hülfe der AnalyseFormeln aufzufinden, die für die Praxis brauchbar sein^ sollen, mit einander vergleicht, so wird man finden, daßbei allen den Versuchen, aus welchen man rückwärts auf dieUrsachen der Bewegung und Verzögerung der Wassergcschwin-digkeitcn in offenen Canälen geschlossen hat, noch durchauskein haltbarer hydrodynamischer Grund entdeckt worden ist,und daß die Verbesserungen der Formeln durch cingcschobcneCocfficientcn, Exponenten und dcrgl. dieselben immer weitervon den einfachen Naturgesetzen entfernen. Die meisten For-meln scheinen daher kein größeres Zutrauen zu ihrer Richtig-keit zu verdienen, als eine Charte, welche der Landmesser beimZusammenfügen der einzelnen Mcnselblattcr, vermittelst derScheere zusammenpassend gemacht hat, oder eine chemischeOperation aus Wasser Geist zu dcstilliren. Denn die ohnedynamische Gründe versuchten Verbesserungen der Formelndurch eingeschaltete erste, zweite,'dritte, x . x' x" u. dergl.geben, obgleich die Unterschiede immer kleiner werden, dochkeine dynamischen Wahrheiten, so wenig als der Chemiker,der zwar am Ende weniger Wasser behält, (sein kleineres x)daraus Spiritus darstellen kann.
Die praktischen Hydrotckten scheinen gegenwärtig auf der an-dern Seite zu weit zu gehen und die Analyse zu weit zurück-zusetzen, da Erfahrung gezeigt hat, daß in den Ländern,wo man seit 40 Jahren diese Wissenschaft meist analytischbehandelt hat, wenig Gedeihliches zur Welt gebracht worden