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Neue Theorie des Ufer- und Strombaues : erläutert durch die Geschichte der Wasserbauten an dem Süder-Dithmarsischen Elbufer / von W. Meissner
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XII
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dyn. p. 317. v.) an der Auffindung einer richtigenTheorie des Wasserstoßes zweifeln ließen, wobei ich jedochwohl hinzufügen darf, daß K. 65 Jahre in seinerStudierstnbe, ich aber 45 Jahre unter beständiger prak-tischer Uebung zugebracht habe.

Da meine aufgestellten Lehrsätze Alles auf die er-sten Gründe der durch fiibjective Schwere des Wassersverursachten Bewegungen desselben zurückführen, sowird man danach auch andere Angaben über die Wir-kungen der Ceutriftigalkraft u. dcrgl. zu würdigen wissenund einsehen, daß, so willig dergleichen unhaltbareMeinungen auch von mehren Schriftstellern ohne weiterePrüfung lind Beweise aufgenommen und nachgeschriebenworden sind, es ihnen doch an allen wissenschaftlichenGründen fehle und daß alle solche Schriften sogar nichtsPositives enthalten. Daher darf ich vermuthen, daßmeine Theorie solchen Meinungen einen ähnlichen Streichspielen möchte, wie die Entdeckung des Sauerstoffs derphlogistischen Chemie; aber ich werde zufrieden sein,wenn auch Andere sich von der Unhaltbarkeit solcherIdeen, wie die Nothwendigkeit der Stromkrümmen oderihrer Beugungen nach elastischen Linien und dergleichenüberzeugen.

Ein besonderer Nutzen, welcher aus meinen An-gaben entspringt, wird den oberen Strömen zu Theilwerden, welche nach denselben für die Schifffahrt ver-bessert und in gutem Zustande unterhalten werden können,welches jetzt einem jeden Uferstaate willkommen sein muß,da man alle Flüsse, bei welchen die Natur dazu dieMöglichkeit nur einigermaßen darbietet, für die Schiff-fahrt brauchbar zu machen wünscht.

Siehet man auf die Art und Weise, wie manseit etwa 60 Jahren die Strombahuen durch Uferbau-wcrke zu reguliren gefticht hat (von Eutfernling andererHindernisse, durch Felsenspreugen, womit an vielenStellen manches Gute bewirkt worden ist, oder von