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Neue Theorie des Ufer- und Strombaues : erläutert durch die Geschichte der Wasserbauten an dem Süder-Dithmarsischen Elbufer / von W. Meissner
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s. 12.

Durch die Gleichförmigkeit der Wafferthcile ist in derMasse des Wassers eine Stetigkeit bedingt, welche verur-sacht, daß Eindrücke und Bewegungen der einen Theile,sich auch andern mittheilen, so daß auch die anziehendeKraft der Schwere auf der Erde, (die gegen das Wassereine äußere ist), als eine in dem Wasser befindliche subjec-tive Kraft betrachtet werden kann, ohne daß damit die Er-klärung der vorkommenden Erscheinungen sich veränderte.

Ruhe und Gleichgewicht findet bei dem Wasser nurStatt, wenn alle Theile seiner zusammenhängenden Massesich neben einander liegend, in gleichen Entfernungen vondem Mittelpunkte der Erde befinden, und in jeder Schichtmit gleicher Kraft angezogen werden. Nennt man die Kraft,welche in den obern Schichten gegen die tiefer unter den-selben liegenden wirkt, Druck, so hat man dieselbe schonsubjectiv angenommen; das erste hydrostatische Gesetz: daßRuhe und Gleichgewicht nur dann vorhanden sind, wenn dieOberfläche desselben senkrecht auf die Richtung der Schwer-kraft stehet, oder horizontal ist, leidet keine Veränderung,man mag den Grund dieser Erscheinung in einer äußeren an-ziehenden, oder in einer im Wasser selbst liegenden Kraftsuchen.

§. 13.

Bei einer jeden Erhöhung eines Theiles einer Wasser-masse über ihre Oberfläche, erfolgt Bewegung, welche nurdas Bestreben hat, Ruhe und Gleichgewicht wieder herzu-stellen, und die nie eher aufhört, als bis dieser Zweck er-reicht worden ist.

Zufolge vielfacher übereinstimmender Erfahrungen richtetsich diese Bewegung nach den Gesetzen des Falles schwerer