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der Ruhe gleich käme; so würde daraus nur folgen:daß die Adhäsion im Verhältniß der benetzten Flachenstehen muffe. Nun hat man aber in den Formelndas Verhältniß von der Einwirkung der Adhäsion auf dieVerzögerung des Laufs der Flüsse, bald der Gefchw.bald dem Quadrate der Gefchw. oder gar den Pro-dukten aus beiden in die benetzten Flachen gleich ge-setzt, ohne dabei den Thatbestand zu beweisen, oderdie Größe der Adhäsion auszumitteln; und dies nurdeßhalb, weil man den Cocfficicnten der Adhäsion niegroß genug bekommen konnte, um die Verzögerungeinigermaßen, scheinbar mit den Erfahrungen überein-stimmend, zu erklären.
Alle Gefchw. Messungen in Strömen beweisen, daßdie Verzögerungen derselben nach dem Boden zu, nichtso sehr zunehmen, oder daß die Wirkung der Adhäsionnicht so groß sei, als die angenommenen Vcrhältniffeste verlangen, oder daß dieselben sich auf eine An-nahme begründen, die in der Natur nicht vorhanden ist.
Da nun alle solche Formeln, in welchen der wirk-liche hydrodynamische Grund (§. 22. II.) gar nichtenthalten ist, und die sich zum Theil auf unwahreHypothesen stützen, nie mit den Erfahrungen überein-stimmen können, so wird man ihnen auch keine An-wendung in xruxi zugestehen; und es ist nur zu be-dauern, daß ihre Urheber so viele Zeit und Müheverloren haben, die Wahrheit auf einem Wege zusuchen, auf welchem sie nicht zu finden war.
Für die Ausführung wird es aber in allen Fällen hin-reichen, die Größe der Adhäsion und ihrer Modificationen,nach den Unterschieden der den Gcfällen angehörigen Geschw.von den durch die vorhin angegebenen Ursachen verzögertenGefchw. und der beobachteten zu schätzen. Dabei ergiebt