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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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von ihnen unabhängigen Besitzungen, kaiserl. Kainmergütern und Forste die altettGauen Wallgau, .Rheingau (das Rheinthal am Bodensee), den Alp-'), Nibel-,Argen-, Linz-, Thür-, Zürchgau; und wahrscheinlich noch den Ramsgau undIllergau, und zum Theil das Höhgan, so daß dieser Theil Schwabens, in welchemdie Familien der Burkarde vorherrschten, sich von Hohenrhätien bis in das Höhgau,und von den Schweizeralpen und Kleinburgund bis an die Donau längs dem FlusseJller erstreckte.

Sämmtliche Mitglieder stammten durch >Ruodhart und Wartn, den kaiserl.Kammerboten, von den alten Herzogen her. Hildegard, eine Tochter Graf Ruvd-harts, und der Jmma, eine Urenkelin des Herzogs Gottfrieds, ch 708, hatte znBrüdern den Grafen Gerold, ch 799, und den Grafen Ulrich, welcher als Grafdes Argen-Linz- und Thurgaus in den Urkunden von 783804 vorkommt 2).

Ulrich Pflanzte das Geschlecht fort, unter dessen Nachkommen Burkards, Graf,oder wie er auch genannt wird Markgraf von Chur-Rhätien, Wall- und Rheingausich zum Herzog von Schwaben auswerfen wollte, aber auf einer Versammlung im

I. 911 von den Großen, an deren Spitze sich ein Anselm befand, getödtet wurde.Das nämliche Schicksal hatte sein Bruder Adelbert, Graf des Thurgaus und Aar-gaus. Die Sühne Burkards: Burkard und Ulrich, wurden aus dem Lande vertrieben,ihre Güter von ihren Gegnern aber eingenommen. An der Spitze dieses Aufstandesstanden außer dem Bischof Sälpmo von Konstanz obiger Anselm und Erchanger,kaiserl. Kammerbote, mit seinem Bruder Verchtold. Erchanger wollte sich nun derherzoglichen Würde bemächtigen, allein er zerfiel deßhalb mit dem Bischof Salomon,welchen der Kaiser Konrad I. unterstützte. In Folge dieser Streitigkeiten, die sichnach der Aussöhnung vom I. 913 wieder erneuerten, wurde Erchanger im I. 916gefangen und mit seinem Bruder Verchtold und seinem Neffen Luitfried (917) zuOnfriedingen enthauptet.

Die Söhne des ermordeten Burkards, Burckard und Ulrich, benutzten dieseZerwürfnisse, kehrten in ihr Vaterland zurück, bemächtigten sich der Güter ihrer

') Dieser Alpgau begriff die nachmalige Grafschaft RothenselS, wohl auch Trauch-burg rc., und ist daher von dem würtembergischen Alpgau wohl zu unterscheiden.

2) Lonk. r»e8anu8 Irev. Lliore piso. ». Zestis I-ucl. INI apu» Lonquet I. V.

II. 7S, et 1»0N;IIIU8, 8. 6a». mousolnis spuü euuaeiu, r. V-, p. 111. Item tteuK.(oo». äll.)

3) 6s8lu lraucoruw ap. 1-ssernmun. r. 1, p. 6VUI., äo. 911. NurxUsrt oomosei prlneeiis älemaoorinn Iniusto fuNIcio ak iliwelmo, eeusura iuiquüstis ooeielitur,oiuiitdus vlNuae sjus aNsmptls, »liisgue efus I'urKluuclo el Vactslrictio extra patriamejeetis, iirseüium av deiietieium sfus Inter !»os »istributa suiit. I'rster vero ip8iu8,1<Ia»iertu8, nobilissjmus et iiistlsslniu« eoiues nulu Salomouis Lpi et slioruir»^»urunclain iuteiemptus est.