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Merovinger und Karolinger, erscheint, nach Aufhebung der herzoglichen Würde,als der erste und mächtigste Gaugraf im westlichen Theile Allemaniens auf demrechten Rheinufer, dessen Nachkommen und Verwandte sich in den Urkunden vom8ten bis 12ten Jahrhunderte unter dem Namen der Grafen der verschiedenen Unter-gauen sich vorfinden, deren Besitzungen sich, wie oben angegeben, immer mehrerweiterten, bis durch den großen für sie unglücklichen Kampf zwischen Erchangerund Berthold, ihren Stammhäuptern, und den Burkarden I. und II. (911-—918)sie wieder mehr zurückgedrängt, und ihre Macht durch das Ansehen der Welsen,»och mehr aber der Hohenstausen, sowie das Erlöschen der herzoglich ZähringischenFamilie in ihrem mächtigen Hauptstamme, sehr vermindert wurde.
Zu dieser Familie der Bertholdiner gehörte» die alten Grafen von Beringen,Pfullendorf, Nellenburg, Wartstein, Helfenstein, Hohenberg und Zockern, vor-züglich aber das mächtige Haus der Zähringer, das vom 11. Jahrhundert an denHerzogentitel führte.
In der Gegend an der Donau von Riedlingen bis Ulm, und dem größerenTheil der Alp bis über Weißlingen und Wiesensteig wohnte gleichfalls ein an-sehnlicher Zweig des Stammes der Bertholdischen Familie, die wir in den Urkundenvom 8ten bis Uten Jahrhundert finden^). Diese Urkunden enthalten aber auchDie Namen, Abstammung und theilweisen Zusammenhang, der Mitglieder dieserzahlreichen Familie von Halaholf, der in der ersten Hälfte des 8ten Jahrhundertslebte, bis zu Ende des 9ten Jahrhunderts (889), wo noch ein Chadoloch undBertold, sein Bruder, eine Uebereinkunfl mit dem Kloster St. Gallen über ihreLeibeigenen abschleißen. Stellen wir den Inhalt dieser Urkunden zusammen, so ent-halten sie Schankungen an das Kloster St. Gallen, Stiftungen rc. rc., derenGegenstand zahlreiche Güter sind, die in den dermaligen Württembergischen Ober-ämtern Spaichingen, Balingen, Tübingen, Münflngen, GeißlingeN, Riedlingenund Ehingen liegen, und die später im Besitze der Grafen von Hohenberg, vonZollern, der Pfalzgrafen von Tübingen, der Grafen von Beringen, Wartstein,
') Neugart lton. ^u. dro. KS lto anno 7S6. In dieser Urkunde kommen vor: derVater Halaholf mit seiner Frau Hitta oder Hildibcrg, deren Söhne Agilolf und Asulfmit ihren Frauen und der letztem Söhne (Enkel des Halaholf) Wolvin und Bertoaldoder Berthold. Letzterer kömmt in den Urkunden von 790, 791 und 793 — 797 vor,(Neugart C. A. Nro. 112, 116, 120, 134.) Seine Söhne waren Wago und Chado-loch (Nro. 154 und 155) l. Urk. von 805 und l. Urk. von 817 (Nro. 193) wo Chado-löchs Sohn Beretold genannt wird , und welcher selbst im Jahr 826 (Nro. 226) dieSchankungen seines Vaters und Großvaters nach St. Gallen bestätigt und im Jahr 842(Nro. 301) als Graf, die Bestätigung des Wagos eines Sohnes des obigen ältern Wagosder Schanknng Wanguns in der Folshaltsbara (eont- Nro. 154) bestätigt.