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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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schuften an dem Bußer imErchgan, dann die Herrschaften Gamerbingeii undScheer, in deren Besitze wir die spätern Pfalzgrafen von Tübingen, and die Grafenvon Montforl finden, ohne daß die Zeit oder Art des Erwerbes derselben ange-geben werde» könnten, die aber doch nach den spätern Urkunden des 13ten Jahr-hunderts um diese Zeit geschehen sein muß. Ob Tettnang zu diesem Erbstheilegehörte, erscheint, sehr zweifelhaft, indem die Urkunden der dafigen Zeit, aus demAdel, welcher in der Nähe Tettnangs wohnte, die Sumeraw, Radirach, Biggenburg,Eisteggen u. s. w. als Vasallen und Ministerialen der Welsen und später derHohenstaufen bezeichnen. Doch kommen wenigstens einzelne Parzellen in dasigerGegend an den Pfalzgrafen Hugo, wie die Urkunde des Klosters Jsny von 1187beweist, nach welcher kudolplius Koms8 kaiat. so ruin^sn (Hugos Sohn)matsr ipsius, LIissbsld, st uxor Nstliildis dstlsruot prmd. kudolplii mimslrieormri in ^rZurn (Langenargen).

Daß Pfalzgraf Hugo aber weder Bregen; noch Chur-Rhätien besessen, gehtdaraus hervor:

a. nannte er sich selbst in den Urkunden nie einen Grafen von Bregenz, son-der» immer nur einen Pfalzgrafen von Tübingen 2). Zwar nennen ihn die Anna-len von Marchthal, die Chronik von Bebenhausen, selbst Otto von St. Masten,einen Komikern kurim ktnslionsjg, »regsutim sle. slo., allein dieses kann einerseitswohl mit Beziehung auf seine Abstammung von mütterlicher Seite, und vielleichtnoch einiger daher rührenden Besitzungen daselbst geschehen sein, anderseits ist es

>) Von Gamerdingen nannten sich die Söhne des Grafen Arnold, Ulrich und Adel-bert, so wie des erster» Sohn Ulrich, die, um das Jahr 1187 starben, und zu Zwifal-ten begraben wurden. Sie hatten von ihrer Großmutter bedeutende Güter im Engadin,die sie an das Bisthum Chur im Jahr 1139 verkauften. Sie waren Kastenvögte vonSt. Gallen. Ihre Verbindung mit Graf Rudolf von Pfullendorf stellt sich auch aus demUmstände heraus, daß dieser sich nach ihrem Tode um die Kastenvogte! St. Gallen be-warb . und sie auch erhielt.

dieugsrt v. II. L 6. k. I. I. li. Uspi. g. 92 sät. 1157 VIricus Lomss dsOamsrtiogsn, advoostos 8. Kalt!, post Illiuw, quem dabeiist unicum, deessslt.Itaqus sdvoeati munus, aliguamdiu vsouum Nudollus, Oomes do klullsndork lan-dein odtinuit, odlstis tVernbero Nbbati warols srgenti 390 (Lurcb. do es8. mon.8. u. c. 10 apud koldasl.)

2) Pfalzgraf Hugo und sein Bruder erscheinen in mehrern Urkunden von dem Jahr1182. kriderlous Domes kalatiovs, Weiffenauer Urkunde 1162. Intertsstss nobllessuev. Ludoltus de IN Nn dort (Pfullendorf) klaalinl rridericus; Uue kalatwl, ds In-nigen. Bei Neug. (a. Nro. 870, 1170) im Kloster Discntis in einer Urkunde zu Gun-sten des Bisthums Chur: Hugo Pfalzgraf zu Tübingen, Rudolf Graf zu Pfullendorf;deßgleichen die der Marchthaler, Stiftungs - Urkunden von den Jahren 1171, 1172und 1174.