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scheinlich kam auch um diese Zeit und bei dem nämlichen Anlasse Tettnang, früherEigenthum der Welsen, dann der Hoheustaufen, an die Grafen von Montfort,wenigstens verkauft Graf Hugo von Werdenberg, ein Sohn des Grafen Hugo vonMontfort, im I. 1244 an das Kloster Weisenau die Weiler Hungerberg und Weilerbei Ettenkirch, einer Parcelle der Herrschaft Tettnang, um 23 Mark Silber (s. Ur-kundenbuch des Klosters Weißenau). —' Ob auch die Grafschaft Sigmaringen schonum diese Zeit oder etwas später, zur Zeit des sog. großen Zwischenreichs an dieGrafen von Montfort gekommen sei, ist um so schwerer zu entscheiden, da die gleich-zeitigen Schriftsteller und Urkunden hierüber nichts enthalten. Nur dieses stellt sichals Thatsache dar, daß Sigmaringen im I. 1185 noch eigene Grafen hatte, vonwelchen im obigen Jahre Imsovious Lomes <Ie 8iAmarmgsi,, als Zeuge eines Di-ploms Herzog Friedrichs von Schwaben vorkommt, in welchem letzterer dem KlosterSalem dessen Freiheiten rc. bestätigt ^).
Später, um das I. 1230, erhielt Graf Hugo, Rudolfs von Montfort Sohn,in der Erbtheilung die Grafschaft Sigmaringen, welche daher früher oder zur Zeitder Regierung Kaiser Friedrichs II. an die Montforte gekommen sein mußte.
Im I. 1218 befand sich Graf Hugo am Hofe Kaiser Friedrichs II. zu Ulm 2).Daselbst stiftete er in Gegenwart des Kaisers und mehrerer Fürsten eine kommendefür die Hospitaliten zu-St. Johann in Jerusalem. Er übergab ihnen nämlich dieKirche und ein Lehen bei derselben, eine Mühle und die ihm eigenthümlichen Aeckerund Güter in seiner Stadt Felvkirch, die Kapelle der hl. Maria im Thal; gestatteteauch seinen Ministerialen und Leuten Vergabungen an diese Kommende zu machen,sowie den Hospitalitern Almosen einzusammeln in seinen Herrschaften Feldkirch (mirseinsam), Bregenz, Rheinegg und im ganzen Bisthum Chur. Diese Stiftung ge-schah durch die Hand des Grafen, seiner Frau und seiner Söhne («le manu Lomitis,st uxoris suss st tiliorum suorum 3).
des Klosters, anzurufen. Kaiser Otto übernahm die Vermittlung, wiest aber beide strei-tende Parteien mit ihren Ansprüchen ab, behielt Rheinegg für sich, und den beiden geist-lichen Fürsten blieb der Schaden.
1) Diese Grafen von Sigmaringen waren Stammverwandte mit den Grafen vonBeringen, Nelienburg und Pfullendorf, und durch letztere auch mit den Grafen von Mont-sort, welche, unterstützt durch ihre Macht und begünstigt durch die Schwäche der Veringerund Rellenburger, in diesen Zeiten der Verwirrung wohl ihre Ansprüche aus Sigmaringenkonnten geltend gemacht haben.
2) Wie auch eine Urkunde Kaiser Friedrich ». beweißt, welche er dem Kloster Keuch-ten ausstellte. Als Zeuge unterschrieben. (Om. NuZo Ue Aontelorte. S. disugart 8.L. c. tl. k. 1-, I. II., p. 208. Uspt.) Liabkorn, List. Lpisc. llur. iu Uaü. probat.Ro. 88, p. 7S. 8x urbario 8. losnnis in kelllliircd.
2) Das von Graf Hugo gestiftete Comthurhaus des Johanniter-Orden« wurde den