42
Grießenberg, welcher die Tochter seines Bruders, Graf Rudolf zu Feldkirch, zurEhe hatte, gegen Werdenberg zu Felde zog. 'Verheerend drang er in die Besitzungen desGrafen-Hugo ein, dieserverlegteihm mit dem Edeln von Schellenberg den Rückweg in derAu bei Balzers. Bischof Friedrich, der sich durchschlagen wollte, wurde indemhierausentstandenen blutigen Gefechte mit dem von Grießenberg gefangen und beide auf Las SchloßWerdenberg gebracht. Da die Beilegung dieses Krieges bei dem tapfern Widerstände desAbtes Wilhelm und damit die Freilassung des Bischofs Friedrich sich verzögerten, so ver-suchte letzterer, seiner Gefangenschaft überdrüssig, sich Lurch die Flucht zu retten.Er ließ sich den 3. Juni 1290 an einem Seile von der Feste herab. Da aber Las Seilbrach, stürzte er herab und blieb auf der Stelle todt. So starb Bischof Friedrich, dernach dem Zeugnisse seiner Zeitgenossen ein verständiger und hochgeachteter Mannwar. Bertholt» ward im Bisthum sein Nachfolger.
Graf Heinrich, der Bruder deß Bischofs Friedrich, war gleichfalls Canonikusdes Domstifts zu Chur, und wurde nach des Letztern Erhebung auf den Bischofs-ftuhl Domprobft, und nahm an allen Unternehmungen seines Bruders lebhaftenAntheil.
Nach der Gefangennehmung seines Bruders, des Bischofs, hielt er sich inChur nicht mehr sicher, vielleicht war er auch der steten Unruhen überdrüssig, er be-gab sich daher nach Sigmaringen, welches damals seinem Bruder Ulrich von Bregenzgehörte, woselbst er still und zurückgezogen bis im Jahre 1291 lebte.
Als aber der mächtige Gegner seines Hauses, Kaiser Rudolf, im I. 1291starb und die Mehrheit der Fürsten des Reiches nicht dessen Sohn Albrecht, sondernden Grasen Adolf von Nassau zum Kaiser erwählten, da brach Las nur gewaltsamunterdrückte Mißvergnügen so vieler Edlen in der Schweiz und in Oberschwabenhervor und offenbarte sich Lurch einen feindlichen Bund gegen den Herzog Albrecht,an dessen Spitze dessen eigener Vetter, Graf Rudolf von Habsburg, Bischof vonKonstanz, stand. An ihn schloß sich der Habsburger alter Feind, Graf Wilhelmvon Montfort, Abt von St. Gallen, an. Auch der Domprobft Heinrich griff fürseinen Bruder, dem Abt, neuerdings zu den Waffen, und lag als Befehlshaber inder festen Stadt Wyl, als im Jahre 1293 Herzog Albrecht mit einem großen Heeredieselbe belagerte *). Später erwähnen seiner die Urkunden nicht mehr. Nach demNekrolog des Bisthums Chur 2) starb Graf Heinrich als Probst der Stiftskirche inChur den 17. Januar 1307 und wurde in Feldkirch begraben. 1307. XVI. Loi.red. obiit Lomes Uenrio, 6e Vkontslorti, prsepositus Loeles. maforis Lurieu-sis, Lequiesoit in VeleHeired.
1) Tschudi, >v. Bd., S. 2t I,
2) Im Kantonsarchiv zu St. Malle», ehedem im Kloster Pfeffers.