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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Der dritte der Söhne des Grafen Rudolfs von Moiitfort, welcher geistlichwar, ist Wilhelm. Ein Mann, welcher sich durch kriegerischen, standhaften Muth,Ausdauer, große Geistesgaben auszeichnete und eine bedeutende Rolle in der Ge-schichte der Gegend am Bodensee spielte, ein Mann, würdig ruhigerer Zeiten undeines bessern Lovses, als das ihn traf. Er, der Abt eines zwar reichen, angesehe-nen , aber seinem Verfalle mit Riesenschritten entgegengehenden Klosters wagte eskühn, den Anmaßungen eines deutschen Kaisers, des mächtigen Rudolfs des Habs-burgers, dem ein König Ottokar von Böhmen und andere große Fürsten unterlegenwaren, entgegen zu treten und einen Kampf ihm zu bieten, der Jahre hindurch an-dauerte, nach dem Tode des Kaisers mit dessen Sohne, Kaiser Albrecht, fortgesetztwurde und den erst das Ableben des Abts beendigte. Wilhelm verdiente schon deß-halb eine eigene Biographie, da aber dieses hier zu weit führen würde, mag es ge-nügen , sein Leben in kurzen Umrissen darzustellen.

Der kriegerische Abt Berthold aus der Familie der Edlen von Falkenstein warder mächtigste Fürst dieser Gegenden, der während der Dauer des Zwischenreichs undnach dem Zerfall des Hohenstausischen Kaiserhauses daselbst die Kriege und Fehdender Nachbarn oft mit Gewalt schlichtete, der Geleitsbriefe bis nach Italien und denRhein ausfertigte, die ein Jeder aus Furcht vor seiner Rache achtete. Zum Abtein St. Gallen den 25. November 1244 erwählt, starb er den 10. Juni 1271.Nach seinem Tode erfolgte eine zwiespältige Abtswahl; indem der größere Theil denHeinrich von Wartenberg, der kleinere den Ulrich von Güttingsn zum Abte er-wählten. An einen friedlichen Vergleich oder richterlichen Ausspruch war unter dendamaligen Zeitverhältnissen nicht zu denken. Beide Aebte griffen zu den Waffen, und bekrieg-ten stch. Abt Ulrich gewann zwar in so weit die Oberhand, daß er den größtenTheil der Stiftslande bis 1273 inne hatte, immer aber befürchten mußte, von sei-nem Gegner Heinrich (ff 1274) und dessen Anhängern verdrängt zu werden. Umdaher sein Ansehen und seine Macht zu befestigen, warf er stch in die Arme des da-mals mächtigsten Grafen Rudolfs von Habsburg, weichen er in dem nämlichenJahre, in welchem letzterer den Kaiserthron bestieg (1273) zum Schirmvogt undAdvokaten des Klosters St. Gallen ernannte. Mit Freuden ergriff Graf Rudolfdiese Gelegenheit, theils um seine Besitzungen auf Kosten des Klosters zu vergrößern,theils um seine Freunde und Anhänger mit den Gütern desselben zu belehnen. Un-ter Letzten! war Ulrich von Ramschwag, dessen Sohn Heinrich Walter späterdem Kaiser im I. 1278 das Leben in der Schlacht gegen den König Ottokar rettete,welchen er zum Unterschirmvogt ernannte und der sich gleichfalls. besonders unterdem alten und schwachen Abte Rumo von Ramstein (nach Heinrichs von Warten-berg von dessen Partei erwählt) alles erlaubte. Diesem Beispiele des Schirmvogts