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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Anhänger Kaiser Adolfs, nachdem sie ihn getödtet sahen, schnell die Partei seinesGegners Kaiser Albrechts ergriffen hatten, gefangen, und rein ausgeplündert. Sowurde er an dem andern Tage, dem Sieger, Kaiser Albrecht, vorgestellt. Das trau-rige Loos dieses Mannes, noch mehr das Einschreiten der Verwandten und Freundedes Abtes , welchen Albrecht selbst hoch verpflichtet war, bestimmten ihn, denAbt mit seinen Rittern ohne weitere Kränkung, frei, aber so arm und von allementblöst nach Hause zu entlassen, daß sie unterwegs fremde Mildthätigkeit an-sprechen mußten. Nach seiner Rückkehr war des Abts erstes Geschäft, seine Be-gleiter wegen des Verlustes, welchen sie erlitten hatten, zu entschädigen, wie er esihnen verheißen hatte; weßhalb er sich selbst in seinen Ausgaben auf das Aller-nothwendigste beschränkte, und selbst noch zu diesem Behufe Geld entlehnte; dannsuchte er, auf Andringen seines ConventS eine gänzliche Aussöhnung mit demKaiser zu bewirken, welche auch, aber auf eine für ihn schmerzhafte, für dasKloster mit einem großen Opfer verbundene Weise geschah; indem er die beidenHerrschaften Grünenberg und Jttingen, so was noch sonst dem Klost»r entzogenwar (der Gegenstand eines 16jährigen, schweren und blutigen Kanipfes) anOestreich überlassen mußte 2), Abt Wilhelm glaubte nun sein Alter in Ruhe zu-bringen zu können, und fieng an Maßregeln zur Ordnung seiner ökonomischenVerhältnisse zu treffen. Allein eine, durch eine Reihe von Jahren bis zur Leiden-schaft gesteigerte Abneigung unterhielt den Funken zu neuen Zerwürfnissen zwischenden beiden alten Gegnern, welcher, da Küster Albrecht die Vertragsbedingungen,namentlich die Zerstörung von Schwarzenbach, nicht vollständig vollzog, aufsneue auszubrechen drohte. Schon rüstete sich Abt Wilhelm und sah sich nachVerbündeten um, da trat der Tod ins Mittel und nahm den Abt Wilhelm den30. October 1301 von dieser Erde Hinwegs). So starb Wilhelm von Montfort,

Wahrscheinlich waren dieses Graf Hugo von Werdcnberg, wohl auch selbst desAbts Bruder Ulrich.

2) Diese gänzliche Aussöhnung erfolgte durch die Vermittlung des Grafen Heinrichsvon Montfort, Domprobsts zu Chur und Bruder des Abt Wilhelm, in dem Lager beiStraßburg im Herbst 1300. Keugurt U. L. 6. I>. 1. I. II. p. 522.

3) Ueber den Todestag und selbst das Jahr liegen verschiedene Angaben vor. Vadianund Eccard (kraue. Or. I. II. p. 919) geben den ISten Goldast (Lplrow. 0. 6aII.) den12. October als den Sterbetag; ersterer das Jahr 1290, andere das Jahr 1300 alsdas Todesjahr an. Doch ist der October 1301 Wohl die richtige Angabe; da Abt Wil-helm noch den 19. November 1300 bezeugt, die Bruder Peter, Johann und Jakob vonLuterburg hätten auf ihr Mayeramt in Gochen verzichtet, auch übernimmt er den 15. Jän-ner 1301 die von Ulrich von Bunishofen dem Kloster geschenkten Leibeigenen.