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der mit unerschütterlichem Muthe, auch bei den ungünstigsten Verhältnisse» di,steigende Macht der Habsburger in dieser Gegend durch 20 Jahre bekämpft und 2Kaisern offene Fehde geboten hatte. Mit ihm und zum Theil durch ihn, war dieMacht und daS Ansehen der Montforte gebrochen. Immerhin verdient das Lebeneines solchen Mannes die Beachtung, besonders des Freundes der vaterländischenGeschichte, da in demselben, und der durch ihn herbei geführten Ereignisse, derGeist jener Zeit offen sich abspiegelt
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Dir 3 weltlichen Söhne des Grasen Rudolfs i. von Montsort: nämlichRudolf n. zu Feldkirch, Ulrich!, zu Sregen; und Hugo lll. zuGettnang und Schere.
(1258 — 1309.)
Der älteste der drei weltlichen Söhne des Grafen Rudolf von Montsort warder gleichnamige Gras Rudolf. Nach dem Tode des Vaters theilten die drei welt-lichen Brüder die Herrschaften desselben unter sich, nach der Sitte der damaligenZeit, nach welcher alle männlichen Nachkommen gleiche Ansprüche an die Erbschaftihrer Eltern harten. Eine Folge dieser Sitte war, daß die Güter und Herrschaftenimmer mehr vertheilt wurden, und selbst diese Theilungen öfter Anlaß zu Zerwürf-
i) Fugger in seinem Ehrenspiegel des Erzhauses Oestreich; riv nvo Lnnsiss undandere östr. Geschichtschreiber erwähnen zwar auch des Abts Wilhelm von St. Gallenund seiner Zerwürfnisse mit den Habsburger«, allein sie geben als Ursache der letzter«, denStolz des Abts, seine schlechten Rathgeber rc. rc. an. Die Thatsachen können sie abernicht in Abrede stellen, und diese sprechen.
Johann von Müller (in seiner Schweizergeschichte III. THI. 1S Bdch. 17. Hauptstück)fällt über den Abt Wilhelm und den Kaiser Rudolf in Beziehung auf erstem folgendesUrtheil: „Dem (Abte) Wilhelm, dem zum Guten weder die Einsicht, noch der Muthmangelte, fehlte es immer au der Art es zu thun." Von Kaiser Rudolf aber: „In dieserSache vergaß Kaiser Rudolf die Billigkeit, welche Gewaltigen gegen Unglückliche ziemt,und ohne welche das Haus Habsburg vor ihm, und selbst zu seiner Zeit noch unschwerauszurotten gewesen wäre. Der König der Teutschen war nicht so groß im Glück, daser anfing zu mißbrauchen, als der Abt von St. Gallen durch den Muth, mit welchemer sein Verderben kommen sah."