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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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und V 0 W 68 so 8!8maril>86ll genannt. Das Sigill letzterer Urkunde hat die Um-schrift Ooinitis Illriei so vriKaotia. ^)

Die Geschichte seines Lebens war mit der seiner Brüder, besonders des AbtsWilhelm, und des Grafen Rudolf von Feldkirch so innig verwebt, daß wir uns aufdas. was von diesen beiden § 2 und 3 gesagt ist, zur Vermeidung aller Wieder-hohlungen, wohl berufen können, es mag daher genügen (was auch von seinemnachfolgenden Bruder Hugo gilt) hier das anzuführen, was seine Person, oder seinennmittelbare Nachkommen eigends berührt.

Graf Ulrich scheint eines festen ehrenhaften Charakters, dabei thätig und unter-nehmend gewesen zu sein, daher er auch von den Zeitgenossen höher als sein BruderRudolf geachtet wurde. Treu half er seinem Bruder Rudolf dessen Fehden mitden Werdenbergern ausfechten (1260 und 1270), mit ihm verzichtet er auf dieVogtrechte des Klosters Marienberg (1265), macht eine Stiftung nach St.Johann (1261), hilft seinem Bruder dem Abt Wilhelm, tritt offen gegenden Kaiser Rudolf auf (1286), wie wir oben gehört haben. Als nachdem Tode Abts Bertholds von St. Gallen (1271) zwei Aebte, Heinrich vonWartenberg und Ulrich von Güttingen erwählt wurden, ergriff Graf Ulrich diePartei des letztem, eroberte und verbrannte das St. Gallen gehörige Städtchen Neu-ravensbnrg, weil es dem Abte Heinrich anhing, und von dessen Vasallen Ulrichvon Rorschach besezt war (1272). Das Schloß wurde damals nicht erobert, wurdejedoch später dem Abte Ulrich übergeben, der dasselbe an Eglof von Steußlingen,und dieser an Graf Rudolf von Montfort verpfändet, von dem es der Abt Konradvon Gundelfingen, der Gegner Abts Wilhelm wieder einlöste (1288). 2) NachdemUlrich steh aber mit dem Kaiser durch .den oberwähnten Stuttgarter Vertrag (10 Nov.1286) ausgesöhnthatte, so blieb er vonnun an ruhig; hielt sich an den Kaiser Rudolf,bei dem er in großer Gnade gestanden zu sein scheint. Wenigstens sagt dies der Ver-fasser der allgemeinen Geschichte von Schwaben. Auch die Urkunde von 1290 sagtdieses. Mit seinem Bruder Rudolf scheint er sich wegen den gemeinschaftlichen Be-sitzungen in Sigmaringen und der Umgegend dahin verglichen zu haben, daß dieseihm allein verblieben, da er von 1270 an, in den Sigmaringen betreffenden Urkundenallein als deren Inhaber genannt wird, und sein Sohn Hugo von Sigmaringen(unter § 5) an die Söhne Kaiser Rudolfs verkaufte. ^)

Das Todesjahr des Grafen Ulrich ist unbekannt. Nach einer Urkunde KaiserRudolfs, gegeben zu Erfurt den 30. März 1290, war Graf Ulrich schon todt,da er als quouclam aufgeführt wird. Wahrscheinlich war sein Todesjahr 1289

') Mltg. Obers. R. Nachrichten von Mcmnüngcr.

2 ) S. Tschud! Schweitzerchr. I. Thl., S. 175 und Jld. v. Arr. Geschichte von St.Gallen I. Thl. S. 402.

Jahresbericht des hist. Vereins im O. Donaukreis für 1835, S. 70 Nr. I.