Buch 
Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
Seite
58
JPEG-Download
 

58

indem in derselben Urkunde der besondern Dienste erwähnt wird, welche Graf Ulrichdem Kaiser und Reiche geleistet habe (in roeomponsam 8Srvitiorum nobw uo-rnius rsKvi row-mj.)

Nun lebte aber bis zum Stuttgarter Vertrag (10. November 1286) Gr.Ulrich in offener Fehde mit dem Kaiser Rudolf, es muß daher, um diese Diensteleisten zu können, von diesem Jahre bis zu seinem Tode noch einiger Zwischenranmangenommen werden. Damit stimmt die Angabe des Verfassers der Geschichte Schwa-bens überein, der sagt, daß Graf Ulrich gestorben sei, zur Zeit als Abt Wilhelmvon St. Gallen sein Bruder, sich habe flüchten müssen, und nach Sigmaringen ge-gangen sei. Graf Ulrich hinterließ einen minderjährigen Sohn, und war der Stifterder ältern Montforter - Bregenzer Linie. (S. unten §. 5.)

Graf Hugo v. Montfort zu Tettnang und Scheer.

. Der jüngste der drei weltlichen Söhne Grafs Rudolfs war Hugo, welcher alsErbsantheil die auf der schwäbischen Seite des Bodensees gelegenen montfortischenGüter, zu welchen Tettnang gehörte, so wie den montfortischen Antheil in der Scheererhielt, daher er sich bald Herr in Tettnang, bald zu Scheer schrieb.

In ältern Zeiten scheinen Sigmaringen, Scheer mit Trochtelfingen und Mengeneine besondere Grasschaft gebildet zu haben, welche einem Zweige der großen Ber-toldischen Familie so wie Beringen und Nellenburg angehörten. Ob früher schon,oder ob erst nach dem Absterben der alten Grafen von Sigmaringen zu Ende des 12.Jahrhunderts, dieser Compler sich in mehrere Besitzungen (Parzellen) auflöste, undnamentlich ob Scheer sowie Sigmaringen eigene Herren hatten, Mengen eine Artfreier Reichsstadt wurde, dürste schwer zu ermitteln sein.

In der Mitte des 13. Jahrhunderts waren es die Familie der Pfalzgrafen vonTübingen, und die Stammverwandten Grafen von Montfort, welche miteinanderdiese obbenannten Herrschaften besaßen, nur daß die alten Veringer noch einzelneGüter und Besitzungen, so z. B. der Graf Wolfhard von Beringen zu Gamer-tingen, im J. 1265, in Ertrag von 7 Pfv. Helleru.s.w. hatten. Die Besitzungen derobbenannten Familien der Pfalzgrafen v. Tübingen und der Moniforre lagen aberso vermischt, daß es besonders dermalen schwer fallen dürfte die Grenzen derselben be-stimmt zu bezeichnen. Aber auch die obigen Familien theilten unter ihre verschiedenenMitglieder im Verlaufe der Zeit den ihnen zugefallenen Antheil dieser Besitzungen,theils aber auch genoßen sie dieselben gemeinschaftlich. Daß dieses bei den Mont-fortischen Besitzungen der Fall war, haben wir oben nachgewiesen, auch die dem Gr.Hugo von Montfort betreffenden hier nachfolgenden Urkunden werden dieses zeigen.Aber auch die pfalzgräflich Tübingische Familie hielt es eben so. Nach einer llr-