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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Jahre von dem Grafen Rudolf und Ulrich von Montfort, deS HugoS Brüdern,an den Grafen Wolfhard von Beringen Übergängen war, und folglich dieses Klosterschon bestanden haben, und demnach dessen Stiftung durch den Gr. Hugo früher ge-schehen sein mußte. Nach einer Urkunde bei llerZott 6sn. Nsbsdurg S. 406bestättigt auch Graf Hugo von Montfort, mit seiner Gemahlin Eleonora im Jahr1267 die Schenkung, welche Graf Rudolf von Raperswyl dem Kloster Reutimit einer Hofstätte daselbst (arum in Ruts. inon. idi existent!) gemacht hatte.

Später wurde er in die Fehden seines Hauses gegen die Habsburger verwikelt,und zeigte sich in denselben als ein treuer Helfer seines bedrängten Bruders Wilhelm,des Abts von St. Galle». Seine Lage war dabei um so schwieriger, als seineohnedieß nicht bedeutenden Besitzungen Tettnang und Scheer, weit von einander ent-fernt lagen, und keinen festen Anhalt zur Vertheidigung darboten. Als daher K.Rudolf im 1.128386 seine Besitzungen verwüstet hatte, blieb dem Grafen Hugonichts übrig, als sich dem Kaiser zu unterwerfen, und sich ruhig zu verhalten waser auch that, wenigstens erscheint sein Name nicht mehr in den Fehden, welche nochfortan bis 1292 in diesen Gegenden geführt wurden, nur daß er in dem Kampfe umdas Kaiserreich, zwischen dem Kaiser Adolf und dem Kaiser Albrecht von Oesterreich(1298) sich für den ersteren mit seinen Brüdern Rudolf und Wilhelm erklärte.

Schon früher, suchte Kaiser Rudolf zum Besten seiner Familie, wie bekannt,seine Besitzungen an Ländern und Gütern auf alle Weise zu erweitern. Besonderswar sein Augenmerk auf Oberschwaben gerichtet, theils weil es seinen Stammgüternin der Schweiz am nächsten lag, und mit denselben in steter Verbindung stand,theils weil nach dem Erlöschen der Hohenstaufen mit Konrad (1268) und demVerfalle dieses Hauses mit dem Tod Kaisers Friedrich n. (1250) die hohenstaufischenschwäbischen Güter zerstückelt, und von den benachbarten Großen und Adel in Besitzgenommen wurden, oft ohne einen andern Rechtstitel als den die Ohnmacht derKaiser während des Zwischenreichs und das Recht des Stärkern, welches die Edlenausübten, ihnen gaben.

Kaiser Rudolf benutzte dieses zu seinem, und seines Hauses Vortheil. Daserste waS er gleich nach Besteigung des Kaiserthrones that war, daß er den ihm treuergebenen und wohl angesehenen Grafen Hugo von Werdenberg zum kaiserlichen Land-vogt von Obcrschwaben (1274) ernannte, und ihm den Auftrag gab, alle demReiche während des Zwischenreichs entzogenen Güter, besonders die ehemals hvhen-staufischen Besitzungen wieder einzuziehen. Allein, dieses konnte nur theilweis ge-schehen, da die gegenwärtigen Besitzer eines großen Theils dieser Güter sich selbst mitgcwaffneter Hand widersezten, was dann auch zu mehreren Fehden dieser Zeit Anlaßgab. Kaiser Rudolf nahm aber auch noch zu einem andern Mittel seine Zuflucht.Ein großer Theil des Adels war, selbst die Mächtigern aus ihnen, durch die steten