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Würtemberg, in dem Kriege welchen der leztere mit dem K. Heinrich vil. führie.Sein Schloß Herrenzimmer wurde deshalb auf Befehl des kaiserl. ReichshauptmannSGraf Ludwig von Oettingen von den Nottweilern belagert, welchen Albrecht vonWervenberg zugezogen war. Hartmann von Praßberg vertheidigte das Schloß bisGraf Rudolf von Montfort dasselbe entsetzte. Wirklich ist das ganze Leben diesesRudolfs eine Reihe von kriegerischen Thaten, wobei er zwar vielen Muth undKraft, aber wenig von der Milde und Sanftmnth eines geistlichen Oberhirten zeigte.Das Wirren dieser Zeiten allein kann ihm zur Entschuldigung dienen. Sein Wirkenfällt nämlich in die Zeiten des Kampfes zwischen Herzog Friedrich von Oesterreichund Herzog Ludwig von Baiern, »m den deutschen Kaiserthron, so wie später derPäpste mit dem Kaiser Ludwig dem Baier. Dieser doppelte Kampf an dem alleLänder Deutschlands mehr oder weniger Theil nahmen, führte besonders in derSchweiz und in Oberschwaben zu großen blutigen Fehden, die sich mit abwechselndemGlücke durch mehrere Jahre fortspanne». Auf der einen Seite standen hier die östr.Fürsten, im Besitze bedeutender Streitmittel, welche ihnen ihre ursprünglichenStammlande, so wie dieunter den Kaisern Rudolf und Albrecht, ihren Vorfahren,erworbenen, neuen Besitzungen darboten. Ein großer Theil, besonders des niedernAdels war theils aus älter Vorliebe theils als Vasallen und Lehnleute der östreichi-chen Prinzen, von der Partei des Kaisers Friedrichs und seiner Brüder; letzterespendeten auch Geld mit freigebiger Hand, um ihren Anhang zu vergrößern. Aber auchauf der andern Seite waren es viele, besonders aus dem Hähern Adel, so wie Städteund Gemeinden, die Oestreich abgeneigt, mit Vorliebe die Parthei des Kaisers Lud-wig ergriffen. Zu letztern gehörten besonders die Bewohner der kleinen Schweizer-kantone, die Graubündtner, die HH. von Vatz u. s. w. Hier in diesen Gegendenvermischt, oft aus andern Ursachen gegen einander erbittert, waren diese öffentlichen, Hä-hern Zerwürfnisse dem Einzelnen oft ein erwünschter Anlaß, sich an seinem Gegner zurächen. Von jener auch in unsern Tagen so hochgerühmtc» alten deutschen Treue,findet man in diesen Parteikämpfen wenig Spuren, vielmehr mußte das Heiligste derMenschheit, die Religion, oft noch zu einem Verwände, oft no chals Entschuldigungdes zu übenden oder geübten schreienden Unrechts dienen.
Wenige der in diese damalige Kämpfe verwickelten Parteiführer können sich mitRecht rühmen , ihrer einmal ergriffenen Partei getreu geblieben zu sein. Die ver-wandten Grafen von Montfort, die in ihrer Gesammtheit in diesen Gegenden eine be-deutende Macht vorstellten, erklärten sich im Anfang dieses Kampfes (1314) fürden Herzog Friedrich von Oestreich. Mochten die in letztern Zeiten sich freund-licher gestalteten Verhältnisse der Fürsten von Oestr. mit den Grafen von Montfortdieses bewirkt hüben; oder die reichlich an die Mitglieder der Montfortischen Familiegespendeten Gaben; alle drei Linien der Montforte waren Kämpfer für die Sach^