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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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aber die Feldkircher Linie erhielt. Der Vertrag hierüber wurde den 10. März 1340zwischen dem Grafen Ulrich von Montfort - Feldkirch und dem Grafen Wilhelm zuMontfort-Tettnang wirklich abgeschlossen^).

Gras Ulrich hatte aber keine Kinder. Mit seinen Bruderssöhnen, den Grafen vonFeldkirch-Tvsters, stand er auf keinem guten Fuße, dagegen hing er sehr an denSöhnen seiner Schwester, den Grafen Albrecht, dem ältern und jünger» von Wer-denberg, welchen er alle seine Besitzungen zuwenden wollte. Hierdurch erbittert,griffen die Söhne Hugos, Hugo und Rudolf, zu den Waffen, nahmen ihren OnkelUlrich den 7. Oktober 1341, nach andern 1343, gefangen und entließen ihn erstnach einer Haft eines vollen Jahres, den 12. Oktober 1342 nach der HauS-chronik erst den 6. Januar 1344 2).

Es scheint daher, daß eine Aussöhnung bewirkt wurde, aber Graf Ulrich be-hielt seinen Groll gegen seine Bruderssöhne bei, die durch seine Gefangenschaft noth-wendig gesteigert werden mußte. Um sich daher an ihnen zu rächen, vielleicht aberauch, um sich vor weiteren Angriffen gegen seine Person zu schützen, übergab Ulrichmittelst Urkunde 3), üut. Lindau, in der Mitfastcn des Jahres 1344 alles, was erbesaß, an das Reich und den Kaiser Ludwig. Die Urkunde benennt als sein Eigen-thummein Grafschaft zu Montfort und was ich an der Grafschaft Theil und ge-mcin het, mit Namen, mein Burg und Statt zu Veldkirch rc., mein Vesti Jag-berg.. mein Vesti Rankhweil, mein Vesti zu neuen Montfort, die Vesti zu Alt-stetten, und was ich im Rheinthal zu Pfand hab, mein Vesti,zu Fußach, meinVesti zu Stauffen, mein Vesti zu Senftenau, die Pfandtschafft vom Reich auf demVregenzerwald rc/' Allein mit dieser Uebergabe an das Reich waren Ulrichs natür-liche Erben gar nicht zufrieden. Dagegen scheint Kaiser Ludwig diese Schankung zuseinem Vortheile benutzen zu wollen. Er schloß deßhalb ein Bündniß mit dem AbtHerrmann von St. Gallen, welcher ihm die Schlösser Bernang und Blatten zumSchutze gegen die Grafen Hugo und Rudolf von Montfort-Feldkirch einräumteund mit ihm gemeinschaftliche Sache zu machen versprach. Des Abts Truppen ver-einigten sich auch mit dem kaiserlichen Heere, an dessen Spitze der kahcrl. LandvogtHeinrich von Schwelungen stand. Vereint zogen sie vor Brogenz. Diese Fehdewurde jedoch beigelegt und die Stadt Bregenz dem Grafen Wilhelm von Montfort-Tettnang, dem alten Freunde und Anhänger Kaiser Ludwigs übergeben. Dagegen

1) S. Chmels Geschichtsforscher Nr. 2.

2) Merkt. Vorarlberg III. Abth. S. 137 schreibt: Graf Ulrich ein LOjährigcr Greissey den 9. Okt. 1143 auf die Schattenburg (die Burg bei der Stadt Feldkirch) in dasGefängniß gelegt, aber den 6. Januar 1344 auf die Drohungen des K. Ludwigs wiederfreigelassen worden.

Z) Diese Urkunde sindct sich in der Sammlung Montf. Urk. nax-54 A»h. Nr. 586.