77
erwarben die Söhne Hugos den 3, 'August 1344 die Feste Frastrenz. So wurdeauch Graf Ulrich genöthigt, seinen Bruders - und Schwester-Söhnen, den Grafenvon Montfort-Tasters und von Werdenberg, noch bei Lebzeiten seine Herrschaftenabzutreten. Ulrich, ein Greis von 80 Jahren, gab diesem Andringen nach, ent-sagte der Regierung und überließ alles, was er besaß, seinen natürlichen Erben imI. 1346 Hierauf lebte er noch vier Jahre einsam und verlassen und starb den15. April 1350.
§. 3 .
Fortsetzung.
Die Söhne und Enkel des Grafen Hugos von Mlontfort-Feldkirch.
(1350—1390.)
Durch die obenerwähnte Abtretung und den erfolgten Tod des Grafen Ulrichs,ihres Onkels, kam die eigentliche Grafschaft Feldkirch an die Bruderssöhne desselben,welche die Linie der von Testers bildeten. Auch die Grafen von Werdenbcrg, alsSöhne der Schwester des Grafen Ulrichs, machten Ansprüche an diese Herrschaft.Es scheint zwar eine Uebereinkunst zwischen beiden Partheien zu Stande gekommenzu sein, indem mehrere Orte, sowie ein Theil des Vregenzer Waldes, welche, nachder Urkunde von 1344, dem Grafen Ulrich gehört hatten, um das I. 1350 imBesitze der Grafen von Werdenberg waren. Die Urkunde oder auch die nähern Be-stimmungen über diese Uebereinkunst fehlen, nur lehrt die Geschichte der folgendenJahre, daß sie zur wiederholten Fehde zwischen den Montfortern und den Werden-bcrgern Anlaß gab , und dadurch theilweise den Verfall beider Familien herbeiführte,und die dem greisen Grafen Ulrich zugefügte Unbild rächte.
Graf Hugo, Ulrichs Bruder, hatte drei Söhne hinterlassen, n. den Friedrich n.d. den Hugo VII. und o. den Rudolf IV., von welchen der letztere im I. 1319 nochminderjährig war. Friedrich der älteste ertrank den 25. März 1321 im Rhein,ohne Erben zu hinterlassen. Hugo und Rudolf besaßen die ihnen in der Theilungvon 1319 zugefallenen Herrschaften gemeinschaftlich, doch lautet der Bestätigungs-brief K. Karl IV. vom 23. November 1347 über die Neichspfandschastcn auch überdiejenigen welche Graf Hugo von seinem Vetter, dem Grafen Hugo von Montfort-
i) Die UebergabSurkmide des Grafen Ulrichs an seine Bruderssöhne die Grafen Hugound Rudolf ist vom 2t. Juli 1346. S. ChelmS Urkunde Nr. 4.