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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Bregen; geerbt hatte, ausüben obigen Hugo allein, (S. Anhang Nr. 63) auch ver-sprachen den 16. Sept. 1351, Hugo von Landenberg und Siegfried der Thumbdemselben die Feste Iagberg solle ihm offen stehen, bis er die an sie verpfändete Festewieder einlösen werde. (Chmel Nr. 5.) Jedoch scheint Gr. Hugo minderthätig dieLeitung aller Familienangelegenheiten hauptsächlich seinem jüngern Bruder Rudolf,mit dem er übrigens immer im guten Einverständniß lebte, überlassen zu haben, in-dem letzterer fast immer allein handelnd auftritt.

Hugo war mit Margarets», Gräfin von Fürstenberg vermählt; starb in derMitte Fastensdes I. 1359 und wurde nach Mehrerau bei Bregen; begraben. Hugohinterließ zwei Töchter, M. Anna und Agnes. Beide waren verehelicht, erstere mitdem Grafen Heinrich von Werdenberg zu Rheinegg und Heiligenberg, letztere mit Gr.Konrad von Montfort zu Bregenz. t)

Der dritte jüngste Sohn Rudolf welcher die Feldkircher-Linie fortpflanzte, war einunruhiger kriegerischer Mann, welcher fast seine ganze Lebenszeit in Fehden zubrachte,wozu ihn wohl auch die damaligen Zeitverhältnisse genöthigt haben mögen. Auchsein Haushalt scheint nicht der geordneste gewesen zu sein, indem nicht nur die StadtBregenz dem Gr. Wilhelm überlassen, sondern aucffdie alte Montfortische StammburgIagberg, an die Ritter von Landenberg und Thumb verpfändet werden mußten, wiedie Urkunde äst. Feldkirch 16. September 1351 beweist. Auch andere Verpfändungenund Verkäufe fanden statt. So verkaufte Gr. Rudolf in Feldkirch den 11. März1362 um 52?/ Hl. zwei Güter in Fröwis an das Kloster St. Johann u. s. w.Uebrigens scheint Graf Rudolf im Geiste der damaligen Zeit nicht sehr gewissenschastgewesen zu sein, wenn es sich darum handelte seine ökonomische Verhältnisse durchBeute machen zu verbessern. Ein gewisser Walther, hatte im Solde der Pisaner eineTruppe deutscher Soldaten befehligt, die sich bei ihrer Entlassung aus 2000 Mann zuPferde beliefen. Da sie Niemand in Sold nehmen wollte, so lebten sie vom Raube,und zogen in Oberitalien plündernd und brandschatzend umher, bis sie sich hinlänglichbereichert zu haben glaubten, und wollten nun nach Hause zurückkehren. DieseRückkehr wurde ihnen aber nur in kleinern Haufen gestattet, damit sie Niemanden be-schädigen könnten. Ein solcher Haufen von 40 Reitern zog nun mit Beute reich beladendurch Rheinegg. Da überfiel sie Graf Rudolf (1343), nahm ihnen alles was siehatten ab, und ließ sie leer und geplündert weiter ziehen. Nach einer gleichzeitigenHauschronik bezahlte Walther, welcher bei diesem Haufen war, für seine Entlassungnoch 672 fl.

i) Dieses erhellt aus einem Spruche des Gerichts zu Lindau von 1357 durch welcheneine Pfand- und Erbschaftsangelegenheit derselben entschieden wurde. Der Beistand undVogt der beiden Schwestern war Gr. Heinrich von Werdenberg-Sargans. Merkte U. Abth-Seite 354.