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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Kutschma (ViüLual») das Gut zu Gallmist, die Güter und Gülten am Efchnerbetgund was auf dem linken Ufer der Jll liegt. Mehrere dieser hier ausgenommmenGüter hatte er dem Bisthum Chur vermacht, wie er dann auch dem-Domkapitel inChur das Patronatrecht der Pfarrkirchen zu Rankwil und Gözis den 29. Juli1378 schenkte. Zlnna, des Frh. von Heiven Gemahlin, eine Schwester des GrafenRudolfs verzichtete den 5. Juni 1375 zu Gunsten desselben auf das väterliche Erbe(Wien. Arch. Urkunde) desgleichen die andere Schwester Agnes, welche mit GrafHarlmann von Werdenberg Sargans vermählt war (Urkunde 30. Juni 1375).

Gegen diesen Verkauf scheinen die übrigen Werdenberger Einsprache gethan zuhaben. Dadurch bewirkten sie, daß der Graf Rudolf vor dem Schultheißen, demRitter Eberhard Müller, dem Rath und Gericht zu Zürich den 24. Januar 1377Feldkirch u. s. w. auf den Fall, daß er keine Leibeserben hinterlasse, dem GrafenHeinrich von Werdender^ Sargans, und im Falle daß dieser vor ihm sterben undkeine Kinder haben sollte, dem Fürst von Brandis seine Güter verschreibt. Alleinungeachtet dieser doppelten Berfchreibung ließ sich Graf Rudolf bei seiner zweitenAnwesenheit in Wien bereden, daß er laut der Urkunde «tut. Wien vom 19. Nov.1377 den frühern Verkauf an Oestreich nicht nur bestätigte, sondern daß er auchversprach, den Kaufschilling so viel dieses nothwendig würde, auf die Einlösung derverpfändeten Güter zu verwenden 8. Uebrigens war eS in der Verkaufsurkundevon 1375 festgesetzt, daß so lange Graf Rudolf leben würde, er im Besitze seinerHerrschaften und im Genuß ihres Einkommens bleiben sollte; auch erhielt GrafRudolf von den Herzogen von Oestreich die Feste Nidberg auf Lebenslang für dieDienste, die Gr. Rudolf mit 20 Spiesen durch 19 Wochen gegen die Englischengeleistet und für die er 1900 Gulden zu fordern hatte 2). Allein Herzog Leopoldscheint die Wankelmuth des Grafen Rudolfs, so wie auch gefürchtet zu haben, dieJntestaterben und die weiter» Agnaten würden am Ende diesen Verkauf zu ver-nichten suchen, er wußte daher den Grafen Rudolf zu bewegen, daß er ihm vor-erst den 28. Oktober 1378 «tat. Schaffhausen einen Lehenrevers über die ihmaufgegebenen Güter des Bregenzer Waldes, die Feste Stauffen, das Gut Langenegg,Dornbüren, Kauweu ausstellte^), wobei in einer eigenen Urkunde am nämlichenTage zu Gunsten Graf Heinrich von Werdenberg Sargans festgesetzt wurde, daßkein Unterthan des letzter», als Bürger in Feldkirch aufgenommen werden dürfe,dann daß er den 30. Aprll 1379 die Herrschaft »jetzt gentzlich und aigentlich ufgab»

r) S. Anhang Nr. 108.

-) Mund östreich. Geschichtsforscher II. 108.

->) l.iel>no^',U,v Reg. d. IV. B., Z. 1340 dat. Wien den 28. November 1377.

0 S. Direkt, von Kaisers Wappen der Städte !e. in dem O.-Donankreis im Königr.Baiern Si 30.