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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Ritter Heinrich, derGäßler, des Herzogs Kammermeister wurde mit dieser Uebernahmebeauftragt, wodurch der Verkauf vom Jahr 1375 stett und unwiderruflich wurde,obschstn der Kaufschilling noch nicht ganz erlegt war, wie die Terminserstreckungenvom 16. Oktober 1378 und 29. März 1379 zeigen. Graf Heinrich von Wer-denberg verzichtet änt. Feldkirch den 31. Oktober 1379 (am Allerheiligenabend) imNamen seiner Gemahlin Anna von Montfort auf den von seinem Schwager demGrafen Rudolf von Oestreich überlassenen Bregenzer-Wald, mit Stauffen, Langen-egg, Krumbach und Dornbüren^). Dessenungeachtet huldigte die Stadt Feldkirch unddieses nur auf den Fall, wenn Graf Rudolf gestorben sein würde, dem Herzog Leo-pold erst den 24. December 1379, der Ammann und die Landlcute deS Bregenzer-Waldes zu Stauffen, Langenegg, Dornbüren und Knauwen aber erst den 9. Januar1380 und wiederholten diese bedingte Huldigung den 1. April 1385 als HerzogLeopold selbst nach Feldkirch kam; diese eventuelle Huldigung wurde auch, als Herz.Leopold (1386) von den Schweizern bei Sempach war erschlagen worden, den 5.December 1387 den Herzögen Albrecht, Wilbelm und Leopold geleistet. Graf Ru-dolf blieb im Genuß der verkauften Herrschaften, wie er im Jahr 1379 noch dieSt. Leonhardskirche bei Feldkirch erbaute, um sein Gelübte zu erfüllen, das er wäh-rend seiner Gefangenschaft in der er sich als Geißel seines Vaters, nach der Fehdemit dem Freiherrn von Bellmont befand, gethan hatte. Noch den 23. Juni 1388stiftete Graf Rudolf die Eremitage Välduna im Kirchspiel Rankwil, Churer Bis-thums.

Graf Rudolf von Montfort Feldkirch der letzte der feldkircher Linie starb endlichden 13. Nov. 1390. Nach Buzellin war Gr. Rudolf nach Konstanz gegangen, dahörte er daß Graf Albrecht zu Heiligenberg den Bischof Hartmann von Chur auf-gefangen habe, und auch ihm auflaure. Altersschwach und krank, beeilte er sichnach Fußach zu kommen,, woselbst er bei der Zunahme der Krankheit liegen bleibenmußte, und am siebenten Tage starb. Sein Leichnam wurde nach Feldkirch abge-führt, und daselbst begraben.Der Chronikschreiber (Tränkle) welcher um diese Zeitlebte und Augenzeuge dieses Vorfalls war, erzählt:1390 an Sant Leonhardts Abendt (6. November) da fuer mein Herr Graf Ruedolf von Montfort von Kon- stanz herauff, und wollt in Veldtkürch sein, da er gehn Roschach kham, da traff ihn der siechtag, da thaten die Buerger die bey ihm warendt, bey derselben Nacht Pottschafft gen Veldkirch, und die versorgten auch alle Schloß zue der Herrschaft Handt von Oestreich, Jagberg, daß hat Ulrich Lewcnburg (Laubenburg?) inn, und wollt sie Niemandten Jnantwurcen, bis er hört, daß der Herr tod was, da ant-

laoNilowskx Neg. zum 4. B., Z. 1383 und 1416.

") S. Direktor von Kaiser I. e. S. 30.

l.wdnorvsüv Reg. znm IV. B., Z. 1272, 1482 und 1020;