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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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vergönnte ihm Gr. Albrecht von Werdenberg der jüngere (1416)^) aus Freundschaftzu lösen die Vestin zu Eglolß (Eglof) mit dem Kilchensaz daselbs, und damit dieFryen in dem obern und dem untern Algaw, von Haugin Huentpieß, Bürger zuRavenspurg" jedoch mit dem, daß dem Gr. Albert und seinen Nachkommen dieWiederlosung stets offen stehe. Reversbrief Gr. Wilhelms vom Dienstag vor M.Lichtmeß 1416.

Schon Lei den Lebzeiten seines Vaters Heinrich hatte Gr. Wilhelm die Regie-rung der Herrschaft Werdenberg mit Grabs, Buchs und Sevelen, welche demMontfort von Tettnang von den Gr. Rudolf und Hugo von Werdenberg verpfändetworden waren, übernommen. Hier benahm er sich mit vieler Klugheit und Umsichtund zeigte, daß er seine Lage besser begriffen habe, als der ganze übrige Adel derUmgegend, welcher sich, wie selbst sein Vetter in Bregenz, an Oestreich hing, sichin die Fehden mit den Appenzellern und ihren Bundesgenossen einließ und so ihreBesitzungen der Verheerung preisgaben, dieselben auch theilweise verloren, theilweisewenigstens auf einige Jahre verlassen mußten. Gr. Wilhelm fühlte wohl, daß erzu schwach sei, dem Strome der Begeisterung, welcher die Appenzeller ergriffenhatte, für ihre Freiheit alles zu wagen, sowie der Stimmung seiner eigenen Unter-thanen und der Landleute der ganzen Umgegend, welche sich dem Bunde der Appen-zeller oder des, wie er hieß, am obern See, angeschlossen hatten, zu widerstehen.Statt also die Waffen zu ergreifen und die ihm drohende Gefahr mit Gewalt be-schwören zu wollen, schloß er sich, soweit seine Erhaltung und die Sicherungfeines Eigenthums es erforderten, doch ohne seinen wesentlichen Rechten etwas zuvergeben, der Bewegung der damaligen Zeit an und suchte sich unter den Eidgenos-sen, welche an der Spitze dieser Bewegung standen. Freunde zu erwerben und nahmdaher für sich das Landrecht zu Schwyz und Glarus an und unterhielt Verbindungenmit Zürich. Als daher im Jahre 1405 die Appenzeller fast ganz Vorarlberg mitAusnahme von Bregenz eroberten und den groben Bund am obern See errichteten,dem selbst seine eigenen Leute, besonders auf dem Lande, beigetreten waren, wendetefich Gr. Wilhelm an Zürich und Schwyz, um unter ihrer Vermittlung seine Ange-legenheiten zu ordnen.

Es gelang auch den Mittlern, Rudolf Kilchmatter und Jakob Glentner vonZürich, nebst Hans Sigrist und Ulrich Merkli von Schwyz, zwischen dem Bundeund dem Gr. Wilhelm im Mai 1406 einen Vertrag zu Stande zu bringen, welcherbis Martini 1408 gelten sollte und dessen Hauptpunkte waren:

1) Es sollen die zu Werdenberg gehörigen Leute dem Grafen alles bezahlen,

>) S. Anhang Nr. 180 b.