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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Glarus abgeschlossen i) und machte» nun aus der ganzen Erbschaft drei Theile, vonwelchem je zwei einen Theil erhalten sollten. Gr. Wilhelm von Montfort-Tetr-nang, welcher im Namen aller die Unterhandlungen geleitet und den Bundesbriefausgestellt hatte, erhielt mit Heinrich von Sar zu Mosar das Brättigau, Davos,Schanfink, Bellfort, Lenz, Prenz, Alfanü, die Vogtei zu Churwald undStraußbcrg2).

Der Theilungsbrief und die Vcrzichtleistung der Erben gegen einander wurdeam Donnerstag nach Martini 1437 zu Feldkirch ausgefertigt. Wie sich Gr. Wil-helm mit dem Heinrich von Sar abgefunden, hierüber findet sich zwar keine Urkundevor, doch beweisen die späteren von 1440, 1443 ». 1462, daß dem erster« dasBrättigau mit Tasas (Davos, auch Defaü) verblieben^).

>) Dieser Bundesbrief wurde zu Feldkirch am Donnerstag vor Htiserioorüiss vowiiii1437 (zweiter Sonntag nach Ostern) abgeschlossen, nnd zwar nach der Urkunde von Wilhelm-von Montfort zu Tettnang, Mann der Aunegund, Gr. v. Werdenberg, Ulrich v. Rätzuns-Frc»,Bogt Ulrich v. Mätsch, Gr. zu Kilchberg, Hauptmann a. d. Etsch, Sohn der Fr. Margarets»v. Raron, geb. von Rätzuns, Wolfart von Brandts-Frey, Mann der Verena, Gr. vonWerdenberg, Gr. Heinrich von Sar zu Masor für seine Mutter Katharina von Werdenberg,Thüring von Arburg, Mann der Margaret!) von Werd. Die Bedingungen dieses Landrechtsund Bundesbriefcs sind: Versprechen obige den Nutzen rc. den Gemeinden Schwyz und Glaruszu wahren und zu befördern, ihnen ihre Festen, namentlich Grinau zu öffnen. Utznach, Lich-tensteig, der Utznacherberg, das Thür-und Neckarthal, Wildenburg, deren Bewohner früherzu Schwyz geschworen, sollten diesen Eid halten und im Landrechte der Schwyzer bleiben.Sollten die Erben des Friedrich von Toggenburg ihre Herrschaften an Fremde verkaufen wol-len, so sollten Schwyz und Glarus den Verkauf Habei», letztem sollte auch alles gehören, wasunter ihrem Banner in diesem Kriege erobert werden würde, dagegen das, was die Erben fürsich erobern würden, sollte diesen verbleiben. S. Anh. Nr. 217.

2) Diese Orte nnd Herrschaften bilden dermalen einen Theil von Graubiindten, nachmalsden zehnten Gerichtsbund, von welchen Wilhelm sechs und Heinrich von Sar vier Gerichte er-hielten. Im Jahre 1438 ergriffe» sie den Besitz. (S, LprecNsr u Lernen, kallns lUmsiiea.IMr. IX. P. 213.)

2) Es sind noch zwei Urkunden >m St. Galler Archiv über diese Theilung der Toggenbur-gischen Erbschaft vorhanden, beide zu Feldkirch am Donnerstag nach Martini 1437 ausgestellt.Nach der erster» verzichten Gr. Wilhelm von Montfort zu Tettnang für sich und seine Frau,sowie Heinrich von Sar zu Maser in seinem und seiner Mutter Katharina Namen zu Gunstenihrer Miterben auf das übrige der Toggenburgischen Erbschaft, da sie aus derselben für ihrenAntheil empfangen hätten. Die Toggenburgischen Besitzungen und Güter im Brättigau, Ta-fas (Davos), Schanfigg, Belfort, Lentz, Prentz, Alfanü, die Vogtei zu Churwald undStraßberg. Die zweite Urkunde ist von Wolfart von BrandiS und Thüring von Arburg fürsich und ihre Frauen dahin ausgestellt, daß sie sich mit dem Schloß und Land Maienfeld undden Toggenburgischen Besitzungen unter der Thür begnügen und auf die übrige Erbschaft hier-mit verzichten wollten. St. Galler Archiv. S. Anhang Nr. 215 u, 216.