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wurden und mehr zü Compromißgerichten und gütlichen Uebereinkünftcn, um ihreStreitigkeiten beizulegen, ihre Zuflucht nahmen, andererseits sich größere Verbin-dungen der Eidgenossen, der Städte, des Adels bildeten, die in ihrem eigenen In-teresse jede Fehde möglichst zu vermitteln suchten und gegen die der Einzelne anzu-kämpfen sich zu schwach fühlte, und wenn er es doch im leidenschaftlichen Uebermutheund Ueberfchätzung seiner Kräfte versuchte, diesen seinen Versuch alsobald durch dieZerstörung seiner Burgen, oft den Verlust seiner Freiheiten und selbst seines Lebensbüßte, wie wir um diese Zeit mehrere Beispiele finden. So lebten auch die Mont-forter, welche in Schwaben auf der östlichen Seite des Bvdensees hausten, dieöstreichischen und Reichskriege mit den Schweizern ausgenommen, um so mehr imFrieden, als die Macht des Montfortischen Hauses in so weit gebrochen war, daßsie nicht mehr selbstständig und für sich als kriegführende Macht auftreten konnten.Daher nimmt auch die Geschichte der Montforte von der Mitte des 15tm Jahrhun-hunderts einen ganz andern Charakter an. Sie waren immer noch die erste und an-gesehenste Familie in Qberschwaben, zählten in ihrer Mitte viele tüchtige Männer,waren aber doch, wenn schon noch reichsunmittelbar, zu einer Reichsgrafenfamilieherabgesunken, deren Mitglieder als Diener und Räthe benachbarter Fürsten sich ge-brauchen ließen.
Gr. Hugo nahm sich auch als Vormund seines minderjährigen Neffen, Gr.Wilhelms, Heinrichs Sohn, an, in dessen Namen er in dem I. 1447 die bischöfl.Konstanzischen und die Reichslehen empfing, dagegen trat ihm eben dieser sein Mün-del die Herrschaften Brättigau und Davos im I. 1459 ab, welchen Hugo, vondem Prinzip der Conzessionen ausgehend, ihre alten Freiheiten bestätigte und neue,zeitgemäße ertheilte.
Gr. Hugo von Montfort-Rothenfels, der ältere genannt, starb den 16. Okt.1491. Noch im letzten Jahre seines Lebens vergrößerte er mit seiner Gemahlin dasStistungsvermöge» des Spitals zu Langenargen und gab demselben einen eigenenStiftungsbrief. Von seiner Gattin Elisabeth von Werdcnberg hinterließ er vierSöhne: 1) Heinrich, welcher Domherr zu Straßburg und auch zu Augsburg war,in welcher Eigenschaft er nach dem Tode des Bischofs Johann, eines Gr. von Wer-denberg, im Jahre 1486 an der Wahl des neuen Bischofs, Friedrich von Zollern,Antheil nahm^). 2) Ulrich, wurde in den Johanniter- (Maltheser-) Orden aus-genommen, war Comthur zu Hemmendorf bei Rottenburg a. N., später Land-Comthur. 3) Johann, der ältere genannt, und 4) Hugo, welcher die Familiefortpflanzte.
H S. Fuggers östr. Ehrenspiegel, Eap. xxxui. S. 958.