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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Wilhelm mußte der Uebcrmacht und dem wilden Enthusiasmus des erbitterten Land-manns weichen und floh dem Bodensee und seiner Feste Bregen; zu. Seine Feindeverfolgten ihn mit aufgeworfenem Banner, verbrannten die Dörfer Ems und Lu-trach, nahmen den dem Gr. Wilhelm angehörigen Bregenzer Wald ein, fielen vonda in das Allgay, namentlich in das den Montfortern gehörige Gebiet, verbranntenmehrere Dörfer und auf dem Rückwege die Vorstadt der Stadt Bregenz. Diesesgeschah in der Woche nach dem Mayentag. Im Verlaufe dieses Jahres (1406)sowie in dem darauffolgenden Winter dauerte dieser Krieg nach damaliger Sitte inder Art fort, daß beide Theile durch Streifparthieen und Ueberfälle steh gegenseitigzu beschädigen suchten, doch gelang es dem Gr. Wilhelm, sich wieder des BregenzrrWaldes zu bemächtigen. Uebrigens, um den Appenzellern und ihren Verbündeteneinen kräftigeren Widerstand wie bisher leisten zu können, erneuerte der Adel derUmgegend und Oberschwabens im I. 1406 ihren sog. St. Georgenbund, an welchensich die Bischöfe von Konstanz und Augsburg, der Herzog von Teck, 7 Grafen,22 Ritter und 15 Edle anschlössen, unter welchen auch Gr. Wilhelm war. Diesesreizte den Appenzeller Bund aber nur noch mehr auf. Schon im Mai 1407 (amDienstag vor Urbanstag) zogen daher die Appenzeller mit ihren Verbündeten vorerstvor die zwei Schlösser zu Embs, da sie aber starken Widerstand fanden, zogen siegegen Konstanz, von da nach St. Gallen, woselbst sie die Burg Oberberg bei Goßaueroberten. Von Gr. Rudolf, ihrem Anführer, aufgereizt und ermuthigt, unter-nahmen sie sogar einen Zug in das obere Jnnthal. Nach einem siegreichen Gefechtebei der Brücke zu Landek drangen sie bis Jmbs vor, zwangen die Einwohner, sichihnen zu unterwerfen und zogen sich dann, mit Beute uud Raub schwer beladen, inihre Heimath, welche sie aber wieder verließen, um die beiden Hauptfesten Ober-(Alt-) Ems und Nieder-Ems zu zerstören, welches sie in Mitte Juli (13. Juli)vollbrachten.

Am Freitag nach St. Gallentag 14Y7 zogen die Schwyzer in die GrafschaftKyburg, welche früher die Grafen v. Toggenburg und durch diese Gr. Wilhelm vonMontfort-Bregenz von seiner Frau, Kunegund von Toggenburg, als eine östreich.Pfandschaft inne hatte. Das Schloß und die- Landschaft waren schnell erobert, letz-tere zwar, da die Züricher sich mit diesem Kriege nicht befassen wollten, bald wiederverlassen, die Feste aber von 12 Schwyzern, als Burghut, besetzt. Allein damitbegnügten sich die Feinde des Gr. Wilhelm nicht, gegen den sie am meisten erbittertschienen. Nach Allerheiligen 1407 zogen die Appenzeller mit den Schwyzern undSt. Gablern wieder gegen den Gr. Wilhelm in das Feld und lagerten sich den8. November vor der Stadt und Burg Bregenz selbst, in welcher Gr. Wilhelm lag,um durch dessen Gefangennahme und die Eroberung von Bregenz dem Kriege indieser Gegend für immer ein Ende zn machen. Mit Sturmlaufen, Fenercinwerfen