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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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1450^) ausweist, nach welcher die Gebrüder Herrmann und Johann Gr. vonMontfort, des verstorbenen Gr. Herrmann und der Margareth von Cilly Söhne,auf den Fall ihres Todes ohne Mannserben dem Östreich. Kaiser Friedrich die FestenPfannenberg, Kaisersberg, Rohrau, Beckach, Krembs, Himmelberg, Freundsbergund Männsberg vermachen, auch an denselben den 5. Nov. 1459 ihr Haus sammtMarstall in Wien verkauften 2).

Für die Söhne des Gr. Herrmann, Johann, Herrmann II. und Georg sorgteihr Großonkel, Gr. Stephan der ältere, welcher auf dem Schlosse Pfannenbergwohnte, als Vormund und empfing für sie (1435) sämmtliche Lehen. ObigerStephan, der sich Herr von Bregenz und Pfannenberg nennt, auch nach einer Ur-kunde vom 2. Aug. 1437 als Gerhab seiner Bruderskinder, eigentlich Brudersenkel,die namentlich aufgeführt sind, die schwäbischen Güter, welche diesen drei Waisengehörten, wobei Schloß und Stadt Bregenz mit Zugehörden sowie Rieden benanntwerden, dem Truchsessen Hans von Waldburg Vogtweise einräumte und unter dessenSchutz stellte. Graf Stephan der ältere starb im August 1437, nachdem er den14. Aug. vor Zeugen, dem Sigismund Gößler, Pfr. zu St. Veit im Eigen, Lien-hart Harracher, Pfleger zu Pfannenberg u. a. m. dem H. Friedrich d. j. die StadtFürstenfeld und die Feste Neuburg im Churwallgau vermacht hatte, von welchenH. Friedrich, nachdem diese Zeugen ihre Aussage (Kundschaft) vor den Hans vonStubenberg, Hauptmann in Steier, und den Landleuten zu Grätz den 7. Oktober1437 bestätigt hatten, den 8. Dez. d. I. Besitz nahm. Noch bei Lebzeiten des Gr.Stephan, von 1435 an, nannte sich H. Friedrich d. j. Vormund der drei minderjäh-rigen Söhne des Gr. Herrmann von Montfort, wie die von ihm ausgestellten Ur-kunden vom 13. Juli 1436 , 17. Febr. und 2. Aug. 1437 beweisen^). Die dreiSöhne des Gr. Herrmann von Montfort waren Georg, der sehr jung im I. 1447starb, wie dann seine beiden Brüder, Johann und Herrmann, die Lehen sämmtlicherHerrschaften, die sie von ihrem Vater und Großoheim ererbt hatten, im 1.1451 alleinempfingen. Gr. Johann starb im I. 1469 ohne Kinder zu hinterlassen^), und nur

U S. Anhang Nr. 249.

2) Nach Lichnowsky, IV. Bd. S. 203 verkaufte Elisabeth, die Wittwe des ermordetenGr. Ulrich von Cilly, mehrere Allode an Johann Wittowecz, Gr. v. Kreuz und an dessenEidam Johann, Gr. von Montfort. S. Anhang Nr. 267.

2) S. Lichnowsky, V. Bd. Reg. Nr. 3608, 3700, 3702, 3755, 3771, 3800 und3835.

4) Nach Lichnowsky's Gesch. des Hauses Habsburg, VII. Bd. S. 127, wurde GrafJohann von Montfort vor Wilden im Munzthale in der Fehde zwischen einem Theile desAdels von Steicrmark, an dessen Spitze Andr. Baumkircher stand, und dem Kaiser Frie-drich im April 1469 erschossen.