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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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Gr. Hugo, als nunmehriger alleiniger Herr der schwäbischen Güter seiner Fa-milie (halb Bregenz mit weitem Parzellen), schloß sich dem Schutzbündnisse an,den mehrere vom Adel im I. 1320 unter sich errichtet hatten, half auch noch früher(1497) mit Hans von Svnnenberg und Christ, von Limpurg den Theilungsbriefzwischen seinen Vettern, den Gr. von Montsort-Tettnang, fertigen. Er hatte keineKinder, stand mit seinem Bruder nicht auf dem freundlichsten Fuße, auch warenseine politischen Verhältnisse, wohl auch seine ökonomischen nicht die angenehmsten.Die Hälfte der Herrschaft Bregenz gehörte dem Hause Oestreich (dem Herz. Ferdi-nand, dem Bruder des Kaisers Karl V.), welches sich nach dem ganzen Besitzesehnte. Das Condominat mit einem solchen übermächtigen Herrn war beschwerlich.Alles dieses bewog den Gr. Hugo, seinen Antheil an Bregenz zu verkaufen. DerKäufer war nahe in dem Erzherzog Ferdinand von Oestrrich, die Umstände dräng-ten, und so kam der Verkauf im I. 1523 den 5. September zu Stande^). GrafHugo erhielt 25,000 Fl. und so ging auch diese alte Besitzung der Gr. von Mont-fort für die Familie verloren. Nur noch in zwei Linien blühte diese uralte Familie,in dem Gr. von Montfort zu Tettnang in Schwaben und in dem Gr. von Montfortzu Bekach in Steier. Letztere Linie pflanzte Georg, des obigen Gr. Hugos Bruder,fort und hinterließ von seiner Gattin Katharina, einer Tochter König Sigismundsin Polen, bei seinem im I. 1544 den 30. Mai erfolgten Tode zwei Söhne, Gr.Herrmann und Gr. Jakob. Aber auch des Gr. Georgs ökonomische Verhältnissescheinen zerrüttn gewesen zu sein, indem er den 2. Sept. 1524 an den Leonhardvon Harrach, Ritter und Landeshauptmann, Beckach die Herrschaft, Rohrau mitZugehördeu und einigen Besitzungen in Ungarn verkaufen mußte (Tettnanger Urk.).

Von den beiden Söhnen des Gr. Georg war Gr. Herrmaun mit Sara vonScharfenberg vermählt, hinterließ aber nur eine Tochter, letzterer (Jakob) hingegenbei seinem im I. 1573 erfolgten Tode von seiner Gattin, Katharina von Fugger-Weißenhorn, fünf Söhne, welche, wie wir oben (§. xi.) angegeben, als Erbendes Gr. Ulrichs von Montsort-Tettnang im I. 1574 auftraten, auch als solche

Obige Verkaufsurkunde, von welcher eine Abschrift im k. Staatsarchive sich befindet,ist vom 5. Sept. 1523. Mitsigelt der Frh. v. Hohensar. Als Ursache des Verkaufs gibtdie Urk. an, die Dienste, welche die östr. Fürsten, besonders Herz. Sigismund nnd KaiserMar, seinen, des Verkäufers Vorfahren geleistet, dann:daß mir diser Zeit auch etlichmerkhlich obligenen und nottdürfftigkheiten zugestanden seind," endlich weil dadurch für dieUnterthanen, da sie vermischt mit den östr. Unterthanen leben mußten, am besten gesorgtsey. Nach einer weitem Urkunde erhielt Gr. Georg, der Bruder des Hugo, eine Aversal-summe auf die Haller-Salzwerke angewiesen, wohl als Entschädigung für die ausgetragenejährliche Rente von 150 Fl., die auf Bregenz hafteten.