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Aber alle diese, aus den Ablösungen sowohl als auch aus dem Verkauf deröstreich. Güter erhaltenen Summen scheinen nicht hingereicht zu haben, um die aufden Herrschaften lastenden Schulden zu tilgen, indem sie nicht nur im I. 1381 diezum Schloß Liebenau (welches fast ganz zerfallen war) gehörigen Güter um 3609 Fl.42 Kr. an vr. Mathäns Lahmann verkauften und den Burgstall wegen den ihnen,als ihr Rechtsfreund und Agent in ihren Erbsangelegcnheiten geleisteten Diensteschenkten, sondern sie sahen sich auch genöthigt, die.so bedeutende Herrschaft Was-serburg im I. 1592 an den Jakob Fugger zu verpfänden und zu verkaufen ^). Wiegroß die Geldverlegenheiten der Bruder von Montfort nach Antritt ihrer neuen Herr-schaft war, zeigt ein Schreiben vom 4. Februar 1578, das Gr. Georg, das er inseinem und seiner Brüder Namen an die Montforter Gläubiger erließ und in welchemer Vorschläge zu ihrer Befriedigung und Abbezahlung der Schulden macht^).
Zur Zeit des Verkaufes von Wasserburg war Georg schon todt, welcher, mitPopelin von Lobkowitz vermählt, ohne Kinder zu hinterlassen im I. 1590 gestorbenwar; auch der andere Bruder, Sigismund, starb frühe und Anton, welcher Probstzu St. Moritz in Augsburg war, entzog sich der Regierung, welche nun allein denbeiden Brüdern Johann und Wolfgang überlassen blieb, sowie denn auch beide vomKaiser Mathias im I. 1614 zu dem Reichstage nach Regensburg einberufen wurden.Johann war überhaupt ein im Reiche angesehener Mann, wie er denn auch die be-deutende Stelle eines ReichskammerrichrerS bekleidete. Unter ihm schien sich derGlanz der Montfortischen Familie, wenn schon im verminderten: Maße, noch einmalheben zu wollen; allein es waren nur noch die letzten Strahlen der untergehendenSonne. Wolfgang, sein Bruder starb ledig im I. 1617, ihm folgte Johann baldim I. 1619, den 21. Febr., im Tode nach. Letzterer war mit Sybille,, Gr. Jakobsvon Fuggers Tochter, vermählt, mit welcher er mehrere Kinder erzeugte, von wel-che» ihn drei Söhne überlebten, Hugo XIV., Johann vii. und Hcrrmann V. Diesebeiden letztem starben ledig, Johann im I. 1625, der andere (Herrmann) in kaiserl.Kriegsdiensten im I. 1641 in Italien. Der dritte war Gr. Hugo. Auf ihn war-teten traurige Zeiten, die des 30jährigen Krieges, dessen Anfang und Ende in dieDauer seiner Regierung fiel- Zwar fühlten Gr. Hugo und seine Unterthanen anfäng-
r) Der Verkaufsbrief der Herrschaft Wasserburg an den Freih. Jakob Fuggern, Hrn.von Kirchberg, Weißenhorn und Babeuhauftn ist von den drei Brudern Hans, Anton undWolfgang, Gr. von Montfort zu Tettnang den 3. Sept. 1592 ausgestellt und begriff dieBurg und Herrschaft Wasserburg mit Zugehörde, so sie als Eigenthum, als Erben desGr. Ulrich von Montfort, erhalten, sodann den Forst-, Wild- und Blutbann daselbst alsim gleichstehen. Der Kaufschilling betrug 63,000 Fl. rh. Das WiederlosnngSrecht be-hielten sich die Verkäufer vor. S. Anh. Nr. 363.
2) S. Anhang Nr. 360.