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er habe von seinen Psarrkindern, von welche» er im I. 1633 noch über 2500 ge-zählt habe, noch 150, alle übrigen seien theils an Hunger, theils durch Feinde,theils an der Pest gestorben (mehrere mögen sich doch auch geflüchtet haben), wasnoch vorhanden, lebe sehr elend, drei bis vier Theile ohne einiges Brod, ohnemenschliche Speise rc." Er schließt seinen Trauerbcricht „ist ein solch Elend inisorisinisoriarum, das kein Mensch sagen kan"t).
Die Schlösser des Gr. Hugo wurden ausgeplündert und sein Restdenzschloß zuTettnang 1633 niedergebrannt. Da im Hauptorte solche Gräuel sich zutrugen, soist gewiß auch anzunehmen, daß es auf dem Lande nicht besser ausgesehen habe.
Zwar verließen die Schweden nach der für sie unglücklichen Schlacht bei Nördlingen(7. Sept. 1634) diese Gegenden, kehrten aber, ehe sich dieselben auch nur in etwaserholen konnten, in dem I. 1645 wieder zurück und die Verheerungen begannenvon neuem, besonders da von diesem Jahre an bis zum Ende des Krieges (1648)die Seegegend theilweise der Schauplatz des Krieges blieb. Ein Grund, warumOberschwaben der Kriegsschauplatz damals wurde, lag in dessen Oertlichkeit. Eslag nämlich Oestreich sehr viel daran, diese Gegend besetzt und in seiner Gewalt zubehalten, indem sie demselben nicht nur zur Beschützung seiner eigenen Vorlandsdiente, sondern auch Gelegenheit darbot, von da aus bis in die Mitte Schwabenslängs des Bodensees leicht vorzudringen. Daher auch die Reihe.von Festungen andem schwäb. Ufer des Bodensees, welche seinen Truppen zum Schutze und Stütz-punkte ihrer Kriegsunternehmungen dienten. Diese Reihe von Festungen warenBregenz mit der Klause, Lindau, Langenargen, Vuchorn, Ueberlingen und beson-ders Konstanz. Daher aber auch das Bestreben der Schweden, sich am Bodenseefestzusetzen und sich dieser Festungen zu bemächtigen. Zwar scheiterten zum Theilihre deßhalb angestellten Versuche vorzüglich an der Wachsamkeit und Tapferkeit desGr. Maximilian Wilibald, Truchsessen von Waldburg, Commandanten früher vonKonstanz, später zu Lindau, indem der schwedische General Horn (8. Sept. 1632)Konstanz und eben so Gustav Wrangel (Anfangs Januar bis 8. März 1647) Lindauvergebens belagerten, dagegen gelang es letzterem, Bregenz (1646) zu erobern und sichLangenargens (1647) zu bemächtigen, nachdem der Kommandant des letzteren Ortsbei Annäherung der Schweden feige geflohen war. Er wurde deßhalb auch in Lin-dau vor ein Kriegsgericht gestellt, zum Tode verurtheilt und hingerichtet. Auchdas damals noch feste Schloß Gießen, unter Montfortischcr Landeshoheit stehend,besetzte General Wrangel den 8. Mai 1647 mit 3 Offizieren und 21 Mann Gemei-nen, welche sich erst im August d. I. an die Kaiserlichen ergaben. Auch Buchorn f
1) Nach den Ochsenhauser und Schuffenrieder Tagbüchern fand man oft Menschentodt, die Gras, Blätter re. noch im Munde hatten und Hungers gestorben waren.