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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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helfen, verkaufte (l 640) die früher schon an die Gr. v. Fugger verpfändete Herr-schaft Wasserburg an diese Familie, eben so im Jahre 1656 die Reichsvogtei überHirschlatt und was er daselbst an Gütern befaß, an das Kloster Kreuzlingen um5000 Fl. Er scheint sich auch wenigstens einigermaßen erholt zu haben, indem erim I. 1659 eine neue Kirche zu Thunau (damals Ettenried) erbauen und selbst dieHerrschaft Schomburg, früher ein Eigenthum seiner Familie, im I. 1659 durchUebernahme der auf ihr haftenden Schulden von Sigmnnd, Friedrich und Christ.Wilhelm von Freiberg an sich bringen konnte*).

Gr. Hugo von Montfort fühlte übrigens daß Mißliche seiner und seiner Fa-milie Lage wohl selbst. Bei der Schuldenlast, welche in Folge des ZOjähr. Kriegesauf der Herrschaft sowie den Privaten rc. ruhte, bei dem zum Theil verödeten Zustandeder einzelnen Orte rc. mußte es ihm mit Recht für den Fortbestand seiner Familiebange sein, besonders wenn nach alt hergebrachter Sitte die noch wenigen übrigenMontsvrtischen Herrschaften unter mehrere vertheilt würden. Hierzu kam, daß diemeisten großem fürstl. Häuser, deren Beispiele auch die alten Grafeuhäuser zum Theilefolgten, durch Erbvereinigungen, Errichtung von Majoraten und Untheilbarkeit derBesitzungen ihr Ansehen, ihren alten Glanz zu erhalten, wenigstens dem wetternVerfalle und der Verarmung, zu welchen die so häufige Vertheilung der Familien-güter führten, zu begegnen suchten. Gr. Hugo griff daher auch, wohl für die Montfortezu spät, zu diesem Mittel, indem er die sämmtlichen damaligen Montfortischen Herr-schaften zu einem Majorate machte und die Erbfolge des Aeltesten, mit Ausschließungdessen Vrüder einzuführen beschloß. Im Frühjahre 1652 versammelte daher Gr. Hugoseine drei noch lebenden majorennen Söhne, Franz, Johann Vili. und Anton II.und andere seiner Freunde und Verwandte zu Tettnang und entwarf mit ihrer allerZustimmung eine Urkunde vom 6. Mai 16522), in welcher unter Angabe derBeweggründe die noch vorhandenen Herrschaften zu einem Montfortischen Majorate

4 Jahre überließ, wobei er sich ein Drittel des Reinertrags vorbehielt. Nach einer Urk.von 1725 (s. unten) hinterließ Gr. Hugo 55,000 Fl. Schulden. Bodent, Aufsatz überdie Gr. von Montfort.

Wie oben angeführt ist, hatten Gr. Hugo und sein Sohn Ulrich von Montfort-Bregenz die Herrschaft Schomburg im I. 1508 an die Brüder Georg und Conrad, dieSieber, von Lindau verkauft. Ulrich Sieber verkaufte sie im I. 1515 an seinen Vetter,Anton Röm, zu Augsburg um 6000 Fl. und dieser im I. 154S an Friedrich Hundpißvon Waidrams zu Psaffenweiler um 12000 Fl. Durch den ZOjähr. Krieg kamen die Be-sitzer Schomburgs so sehr in Schulden, daß sie die Herrschaft den Hrn. von Freyberg ge-gen die Uebernahme dieser Schulden und einiger Leibrenten überließen, die aber auch die-selben nicht behaupten konnten, sondern dem Gr. Hugo von Montfort abtraten.

2) S. A-rh. Nr. 406.