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wachsen geschmückt war, baute eine schöne Schloßbrücke, welche er mit zwei kostba-ren Statuen verzierte, ließ das seinem Zerfalle nahe Schloß Schomburg (1754)wieder theilweise herstellen und in ein angenehmes Sommerschloß verwandeln, un-terstützte Künstler, stiftete (1738) die Loretto -Kaplanei bei Tettnang. Dabei gaber stattliche Feste, bei welchen alle Nachbarn willkommene Gäste waren. So kamer im I. 1744 mit seiner Gemahlin und seinem ältesten Sohne, Franz Xaver, nachLangenargen, woselbst er das Namensfest seiner Gemahlin Antonia (13. Juni)feierte. Ein großes Feuerwerk wurde auf drei eigens hierzu eingerichteten Schiffenam Vorabende abgebrannt, welches drei Stunden fortbrannte. Am Feste selbst gaber große Tafel, welche, da es im Schlosse am Raum gebrach, in dem Speisesaaleder Kapuziner zugerichtet wurde, »wobey sonderbar ein in dem Saal artllch ange-legtes Lustgartlein, in dessen Mitte ein angenehm strudelndes, bis an die Bühneaufwallendes Sprizbrünnlein sich repräsentirte, zu sehen war." Derartige Feste wie-derholten sich wohl noch öfter. Leicht begreiflich ist es daher, daß bei dieser Haus-haltung die Schuldenmasse sich nicht verminderte, vielmehr immer größer und mitZunahme derselben die Anlehen immer schwieriger und die Gläubiger ungestümerwurden. Hierzu kam noch, daß ein den 11. Nov. 1753 in dem Schlosse zu Tett-nang ausgebrochenes Feuer den Einbau in fünf Stunden fast ganz zerstörte. GrafErnst schrieb den 6. Dez. d. I. dem Gr. von Waldburg-Wolfegg, indem er ihmdiesen Brand anzeigte: »Bey dieser höchst betrübter Verhängnuß seynd alleinig dasArchiv und die Acta nebst der Kellerey, wegen der, bey fehlgeschlagener anderwärti-gen Rettung, hierauf getragener, besonderer sonderbaren Obsorge ohnverletzt ge-blieben. Wie nun mir und den Meinigen durch diesen empfindlichsten Unglücksfallein allerdings ohnverschmerzlich und solch beträchtlicher Verlurst zugewachsen, daßweder ich noch meine Nachkommenschaft je einige Hofnung schöpfen können, daß inso wenig Stunden verlorene — in viele Tonnen Gold hineinlaufende, ohne beson-dere göttliche Gnad und großmüthige Hülfsleistung mirleidentlicher Gutthäter wiederhereinzubringen oder zu erwirthschafften rc." Wirklich waren auch bei dem Tode desGr. Ernst, welcher im I. 1755 erfolgte, die Schulden auf eine verhültnißmäßigübergroße Summe gestiegen, die sich im I. 1763 nach der durch die Conservatorenvorgenommene Liquidation auf 822,551 Fl. beliefen, aber nach weiterm Berichtevom 9. Februar 1770 sich auf eiros eine Million erhöht hatten.
Gr. Ernst hinterließ drei Söhne, den Franz Xaver, geb. 22. Nov. 1722,den Anton, geb. 16. Nov. 1727, und den Johann Nepomuk. Ersterer trat dieRegierung an und wurde den 17. Oktober 1766 von dem Kaiser Joseph II. für sich-und seine beiden Brüder mit Tettnang und Langenargen belehnt. Anton war inMilitärdiensten bei dem schwäb. Kreise und Joh. Nepomuk Domherr in Konstanz.
Groß waren die Geldverlegenheiten des Gr. Fr. Xaver, groß die Anforderungen