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schimpflich geachtet wurde, ist, daß der ganze Adel der Umgegend auf der einen oder derander» Seite Theil an dieser Fehde nahm. Da aber durch den Sieg der Montforterüber die Werdenbergcr die Macht der erster» für ihre Nachbarn gefahrdrohenderschien, auch die Freunde und Verwandle» der Werdenbergcr sich der letzteren an-nahmen, so wurde diese Fehde besonders auch durch die Bemühungen des Gr. Ru-dolfs von Habsburg, welcher den Gr. Hugo „siner Mummen Sun" nennt, beige-legt, die verheerten Güter zurückgegeben und die Gefangenen entlassen. Wie un-sicher es aber auch nach beigelegtem Kriege in diesen Gegenden blieb, wie wenigselbst Frauenkloster Schutz für ihr Eigenthum fanden, zugleich aber auch, daß dieGrafen von Werdenbcrg auch nach diesem Kriege angesehen und mächtig waren, be-weist eine Urkunde des Gr. Hartmanns vom 29. Sept. 1264, gegeben auf demSchlosse Sargans, welcher ein Geleits- oder Sicherhcitsbrief für das FrauenklosterSchönis ist, daß besagtes Kloster seine Hecrdeü sicher und unangefochten auf. dieAlpen treiben und daselbst hüten lassen könne. Dieses ist auch die Urkunde, welcheanfängt: Hartmanns, Lomos so VVorelsod., und im Sigill die Umschrift hat:8. Harlmaoi cko Aontslorli. — Gr. Hartmann starb noch vor dem Jahre 1270mit Hinterlassuug einer Wittwe, Elisabeth von Regensberg i), und drei unmündi-ger Kinder, wie wir aus einer Urkunde seines Bruders, des Gr. Hugo, ersehen,welcher im I. 1271 in seinem und seiner unmündigen Neffen, Rudolf, Hart-mann und Hugo, Söhne seines verstorbenen Bruders Hartmann, die Güter, welcheein gewisser Bertold von LampvldSweiler zu Raitinau als Lehen von ihnen und sei-nen Vettern Rudolf und Ulrich, den Gr. von Montfort (a palruolibus nostris),besaß, als einen Beweis seiner besondern Liebe gegen den Abt Bertold von St.Gallen hat» siucoras ckiloetionis sldeelum) schenkt 2).
Woher diese Liebe zu dem Abt von St. Gallen sich wohl Herschreiben mag,gibt uns die Geschichte sicheren Aufschluß: ES war nämlich eine Belohnung für dieHülfe, welche ihm Abt Bertold im Kriege mit seinen Vettern von Montfort geleistethatte, denn ungeachtet des zwischen den Grafen von Montfort und Werdenberg imI. 1261 wieder hergestellten Friedens blieb doch eine Erbitterung und Abneigungzwischen diesen so nahen Verwandten, welche im I. 1270 zu einer neuen Fehdeund offenen Feindseligkeiten führten. Hugo (von seinem Bruder Hartmann geschieht
1) Die Edlen von Negcnsbcrg waren in der Umgegend von Zürich reich begütert undgehörten zu den mächtigern und angesehensten des Adels dieser Zeit, bis ihr Ansehen,Reichthum ic. durch die unglückliche Fehde, welche sie mit der Stadt Zürich führten,deren Feldhauptmann Gr. Rudolf von Habsburg war, gebrochen wurde und sie immermehr verarmten.
2) divux, e. äll. »o. l0tt-