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Von der Wittwe des Gr. Hartmann, Elisabeth, findet sich noch eine Urkundevon 1282 vor'), nach welcher sie, veranlaßt durch ihren ältesten Sohn Rudolf,mit Zustimmung des zweiten, Hartmann, Canonikus in Bambcrz, ihre Güter inNiederendingen dem Kloster Wettingeu schenkt. Auch diese Urkunde ist gegeben:In czsli-o nostro Ssrzniiz. Des jüngsten Sohnes Hugo geschieht keine Erwähnung.Von diesen Söhnen des Gr. Hartmann stammte die grast. Werdenbergische Familie,welche sich von Sargans nannte, sowie dessen Bruder, Gr. Hugo m., der Stamm-vater der Werdenberg zu Werdenberg und Heiligenberg wurde ^).
Dieser Gr. Hugo in. war ein in der Geschichte Schwabens und der Schweizbedeutender und einflußreicher Mann, der treue Freund und Anhänger des nachma-ligen Kaisers Rudolf, sowie dessen Rath und Stellvertreter in diesen Gegenden beidessen öfterer Abwesenheit. Sowie Gr. Rudolf von Habsburg durch die Wahl derReichsfürsten auf den röm. Kaiserthron erhoben war (1273), ging sein erstesAugenmerk dahin, im ganzen Reiche, besonders aber in Schwaben, den Friedenund das Ansehen eines Kaisers der Deutschen, welches seit dem Tode Kaiser Frie-drichs (1250) tief gesunken war, wieder herzustellen und den steten Fehden, demgesetzlosen Rauben und Morden ein Ende zu machen. Hierauf zielten seine denLandfrieden bezweckenden 'Anordnungen, dabei wollte er aber auch, daß die vielenFehden aufhören und der Keim derselben, öftere Unterdrückung und Beraubung derMindermächtigen und zum Theil Wehrlosen, durch das 'Ansehen der Gesetze verhin-dert werde. Zu den Mindermächtigen gehörten in diesen Zeiten vorzüglich die Klö-ster und der niedere Adel, welche beide ihre Selbstständigkeit behaupten wollten,aber nur zu oft der Raub und die Beute ihrer mächtigen Nachbarn wurden. Aufden Landmann nahm man wenig Rücksicht, er war leibeigen, besaß kein Eigenthum,konnte daher auch nichts verlieren, auch der Wechsel seines Leibherrn mußte ihm inder Regel gleichgiltig sein und hing rein von dessen Persönlichkeit ab. Die Städte-'kürzer schützten ihre Mauern und ihr festes Zusammenhalten unter sich sowohl,als mit den benachbarten Städtebewohnern gegen den Adel. Doch war ihr Eigen-thum , in soweit sie es des Handels wegen den offenen Straßen überlassen mußtenund daher den vielen Raubanfällen ausgesetzt war, mehr gefährdet. Daher auchder große Anhang und Hülfe, die Kaiser Rudolf beiden Städtern, dem,niedernAdel und den Klöstern fand.
'Als seine Pflicht (wenigstens äußerte sich der Kaiser in seinen öffentlichen Ur-kunden so, obwohl seine Gegner, wohl nicht ganz mit Unrecht, ihm die Absichtunterlegten, seine Familie bereichern und durch Zutheilung von Reichsgütern und
keus. c. a. «0. togl.
2) Von dem Gr. Rudolf s. II. Abth.