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Nun aber fing das Theilen an. Anfänglich wurden, um ihre Macht nicht znsehr zu zersplittern, nur zwei Theile gemacht. Die beiden Bruder Albrecht erhieltenBludenz, Montafun, Schellenberg, die Leute ob Bregenz, Heiligenberg undEglofs; die beiden andern, Hugo und Heinrich, Werdenberg, Rheinegg, Altstet-ten, die Güter in Graubündten. Bei dieser Theilung blieb es aber nicht, sonderndie Brüder theilten auch noch weiter die nach der ersten Theilung in Gemeinschaftbesessenen Güter. Den Anfang machten die beiden Brüder Albrecht, laut Urkunde,«ist. Heiligenberg an Oswaldtag (5. Aug.) 1382^). Albrecht der altere erhielt„Pludenz die Statt, Mvntaphon das Thal, die Väste zu Pürs, die Bäste zu Schel-leuberg und die Väste zu Egloffs, item zwei Rebgärten in dem Rheinthal am obernund untern Buchberg/' Das übrige verblieb dem Gr, Albrecht dem jüngern, na-mentlich Heiligenberg und die Festen Wartau und Freudenberg, auch Antheil anMaienfeld. Die beiden andern Brüder, Hugo und Heinrich, theilten erst später,wie die beiden nachstehenden Urkunden beweisen, nach welchen den 24. Juni 13792)Heinrich von Weichs seinen Antheil an dem Rheinegger Zoll um 25 an obigebeiden Brüder verkauft und letztere, als Herren von Rheinegg, mit dem ProbstJohann von Bußnang in St. Gallen, des letztern Bruder Friedrich, Walter undKonrad von Bußnang und deren Helfer, den von Sar, eine blutige Fehde führten, inwelcher beide Theile sich beschädigt hatten und einer von Bußnang erschlagen wordenwar. Herzog Leopold von Oestreich stellte den 19. November (am St. Elsbethen-tag) 1384'Z zu Bruck im Ergau den Frieden wieder her, da er beider ParteienHülfe zu seinem vorhabenden Zuge gegen die Eidgenossen bedurfte.
Das Schisma in der Kirche, in Folge dessen damals zwei Päbste, Urban Vi.und Clemens VH. waren, welche beide rechtmäßig erwählt zu sein behaupteten,erstreckte sich mit seinen traurigen Folgen auch auf die hiesige Gegend, indem beideAnhänger und Freunde fanden, die sich auf »»christliche Weise verfolgten. DieseZwietracht ging so weit, daß das Domkapitel in Konstanz in sich zerfiel, da einTheil der Kapitularen dem Pabst Urban, ein anderer dem Pabst Clemens anhing.Als daher Bischof Heinrich von Brandis (1383) starb Z, wurden zwei Bischöfegewählt, Mangold von Brandis, Abt zu Reichen«», und Nikolaus von Risen-berg, Probst zu Bonn. Erstem bestätigte der Pabst Clemens, den letztem derPabst Urban. Mit letzterem hielten es die Bürger von Konstanz, mit ersterm weh«
«) Königl. Würtemb. Staatsarchiv.
2) Orig.-Urk. im Fürstl. Fürstenb. Archiv. S. Anh. Nr. 111.
2) S. Anhang Nr. 116.
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