Buch 
Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
Seite
268
JPEG-Download
 

268

Um diese Zeit verband sich Gr. Hugo mit dem Bischof Hartmann von Chur,einem Grafen von Werdenberg - Sargans, dessen Helfer er in der Fehde mit demHerzog Friedrich von Oestreich (1412 und 1413) sowie gegen die Frech. vonRhä-znns und Matsch wurde.

Indem Gr. Hugo hier in dem Gebirge seinem und seiner Familie Feind denHerzog Friedrich von Oestreich zu bekämpfen suchte, drang sich ihm auf der entge-gengesetzten Seite an den Ufern des Bodensees eine andere dringendere Herausforde-rung zum Kampfe gegen den Herzog Friedrich auf. Dieser Kampf betraf den Besitzder reichen und ansehnlichen Herrschaft Heiligenberg. Diese hatte in der Erbsthei-lung Gr. Albrecht, des Gr. Hugo Vaters Bruder, erhalten und dieser war in ebendemselben Jahre, den 19. Nov. 1382, zu Bern von dem Kaiser Wenzeslaus damitvon Reichswegen belehnt worden. Da er aber keine männlichen Nachkommen hatte,so bat Gr. Albrecht den Kaiser, daß er die drei Söhne seines Bruders Heinrich:Gr. Rudolf, Hugo und Heinrich von Werdenberg zu Werdenberg und Rheinegg,eventuell auf den Fall seines Absterbens mit Heiligcnberg und den übrigen Gütern,welche er als Lehen vom Reiche besaß, belehnen möchte. Kaiser Wenzeslaus ent-sprach dieser Bitte und belehnte obige drei Brüder laut Urkunde vom 14. Februar1394 eventuell mit Heiligenberg. Als aber die Familienverhältnisse sich änderten,indem Gr. Heinrich starb, Gr. Rudolf aber mit den Appcnzellern in der Reichsachtwar, Gr. Albrecht auch sich immer in Geldverlegenheiten befand, welchen nur Gr.Hugo, als der dritte dieser Brüder, abzuhelfen vermochte, so änderte Gr. Albrechtauch seine Gesinnungen, und mit Zustimmung des dem Gr. Hugo besonders gün-stigen Kaisers Rupert bestimmte er diesen zum gemeinschaftlichen Inhaber seiner Be-sitzungen und dereinstigen alleinigen Erben derselben, in welcher Eigenschaft GrafHugo von dem Kaiser Ruprecht am Mittwoch vor Jnvocavit 1405 zu Heidelbergbelehnt wurde.

Allein Gr. Albrecht, leichtsinnig und unbeständig wie er war, befand sichbald wieder in neuen Geldverlegenheiten. Herzog Friedrich, immer auf den Erwerbneuer Länder bedacht, wohl auch, um seinem alten Feinde, dem Gr. Hugo, wehezu thun, schoß dem Albrecht Geld vor, nöthigte ihn aber, auf den Fall seines Ab-sterbens ihm Heiligenberg zu verschreiben, so daß er (Herzog Friedrich) der alleinigeErbe des Gr. Albrecht sein solle. Alles dieses geschah ohne die Zustimmung, ja,ohne Mitwissen des Gr. Hugo. Letzterer, da er Kunde von diesen hinterlistigenVerhandlungen erhielt, ließ sich gegen Bezahlung von 2000 Goldgulden noch beiLebzeiten des Gr. Albrecht durch den kaiserl. Hofrichter, den Herzog Otto von

lassen wurde. E. v. Münchs Geschichte des Hauses Fürstenberg. u. Bd. S. 153 n. 156 ,verglichen mit der Urkunde des Fnrstl. Fnrstcnb. Archivs.