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HartMaun von Werdenberg von Sarganö." Sein Oheim, Gr. Rudolf, erklärte„eS wär ün guter Will und Gunst, und wölt eS gern verhängen, also mit solichecBescheidenheit; wäre, daß der genannt Gr. Heinrich vor Im abgiengi (sterbenwürde) dann alles sin Gut an In fallen sölt, nach Urkund und Sag der Briefen,die er von Im in hette, und das wollt er d mn innhan, die wil Er lebt, und wann
er dann nit wäri, daß dann die obgenannten Herrschaften.dem egenannten
Gr. Hansen und sinen Erben werden und gefallen soll*)."
Diese Urkunde unterschrieben die beiden Grafen Rudolf von Montfort undHeinrich von Werdenberg. Beiden, weder dem Gr. Rudolf von Montfort, nochdem Gr. Hans von Werdenbcrg brachte diese Urkunde einige» Vortheil, indem sichGr. Heinrich mit feiner Base Katharina, geb. von Werdenberg-Heiligenbcrg, Wittwedes Grafen Diethelm von Toggenburg, verheirathete. Mit dieser erzeugte er nochfünf Töchter, die seine natürlichen Leibeserben waren. Allein die Kriege, welcheGr. Heinrich mit seinen Verwandten, den Grafen von Werdenberg-Hciligenberg(1392) und später (1393) seinem Bruder, dem Bischof Hartmann von Chur, zulieb, mit den von Rhäzuns führte, brachten ihn in so große Geldnoth, daß erseine Herrschaft Vaduz, mit welcher ihn (1396) Kaiser Wenzeslaus erst wieder be-lehnt hatte, an seine Vettern, die von Montfort und den Ulrich Thüring v. Bran-dts, in demselben Jahre verpfänden mußte. Um diese Zeit verkaufte er auch da»Einlösungsrecht dieser Pfandschast dem Grafen Hans von Werdenberg-SarganS(s. unter §. 9). Dagegen erhielt Gr. Heinrich nach dein Tode deS Gr. Rudolfvon Montfort die Feste Jagberg und noch einige Güter, die letzterer mit Feldkirchnicht verkauft, auch nicht an das Bisthum Chur verschenkt hatte 2).
Gr. Heinrich selbst starb am Freitag vor Lichtmeß 1397 zu Volkingen. SeinLeichnam wurde in Vaduz beigesetzt. Da Gr. Hans von Sargaus wohl aus Man-gel an Geld von dem Auslosungsrecht keinen Gebrauch machte, so verblieb Vaduzder Familie von Brandts's).
') Tschudi. I. Th. 0. Buch. S. 498.
2) Laut Urkunde von Wien den 25. Juli 1391, nach welcher die Herzoge Albrecht,Wilhelm und Leopold die Feste Jagberg dem Gr. Heinrich von Werdenberg-Sargans ge-gen einige Zinsen und Steuern zu Galmist, Lisis rc. auf seine Lebenszeit überlassen, nacheiner weitem Urkunde, «ist, 14. August 1392, zu Feldkirch verspricht Gr. Heinrich aufGeorg! nach Baden zu dem östreich. Landvogt Reinhart von Wehingen zu kommen, umsich über den Besitz mehrerer Urkunden auszuweisen. —- LichnowSky, Reg. zum IV. Bd.,Z. 2254 u. 2289.
') S. Jld. v. Arr, ». Bd. S. 53.