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nun persönlich Besitz von der Stadt und dem Schlosse Sargans, deren Bewohnerihm, als dem Sohne ihres alten Herrn, mit Freuden huldigten. Die Landbewoh-ner machten aber solche Forderungen und Bedingungen, die ihnen nicht bewilligtwerden konnten noch wollten. Diese erneuerten daher ihr Landrecht mit Zürich,und von den Zürichern unterstützt errichteten sie ein eigenes, unabhängiges Regi-ment, an dessen Spitze Peter Waibel von Mails sich stellte, und widersetzten sichmit gewaffneter Hand ihrem Herrn, dem Gr. Heinrich. Dieses alles geschah imI. 1436.
Toggenburg, Gastern, Windck und Utznach nahmen dagegen daS Landrecht inSchwyz und Glarus und sagten sich von Zürich los. Dieses that auch Herzog Frie-drich, als der Herr obiger Länder, mit Ausnahme von Toggenburg, so in die Erb-masse gehörte. Diesem Beispiele folgte auch Gr. Heinrich, welcher den 30. Jan. 1437einen Bund und Landrecht mit Schwyz und Glarus schloß. Dasselbe thaten aucham Donnerstag vor dem Sonntag Mifericorviä 1437 die Toggeuburgischen Jntestat-crben, nachdem vor einem Schiedsgericht zu Feldkirch die Wittwe des Gr. Friedrichvon Toggenburg, Elisabeth, geb. Maisch, auf ihre Erbsansprüche zu Gunstenobiger Erben, welche sich über die Vertheilung der Erbschaft friedlich verglichen,verzichtet hatte ^).
So bildeten sich zwei Bündnisse, welche feindlich einander entgegen standen.Aus der einen Seite stand Zürich mit dem Lande Sargans, auf der andern Schwyzund Glarus uud Herzog Friedrich von Oestreich, an welche sich Gr. Heinrich vonWerdenberg und die Toggenburgischen Erben angeschlossen hatte». Beide Theilerüsteten sich zum Kriege, welcher in SarganS zuerst ausbrach, indem die Östreich.Besatzung in Freudcnberg und Nidberg von ihre» Festen ausfielen und die Landbe-wohner beschädigten 2). Diese dagegen, verstärkt durch einen Zuzug der Züricher,rückten vor Nidberg, welches sie den 28. April 1437 einnahmen und zerstörte»,
') Bergt. l. Abth. §. 9 u. 10 der Geschichte der Grafen von Monifort.
' 2 ) Nach Urk. im Wiener Archiv schloffen zu Maiciifeld den L5. Febr. 1437 UlrichBrun von Nhäzuns, Rudolf Mays, Mürgermeistcr zn Zürich, Klaus Byrs und UlrichLannis, Werkmeister zu Chnr, und Peter Waibel, Hanvtmami, für sich und die Leutezu Waticnstadt, Mayls, Ragatz und Gbtzis mit dem Herzog Friedrich d. ä. einen Waffen-stillstand bis Weihnachten k. I. mit dem, daß auf Sommcrjohanui ein Tag nach Feldkirchanberaumt wurde. Diese Zusammenkunft fand aber nicht statt, indem wegen den Streif-zügen der östr. Besatzung von Freudenberg den t., 3. u. 5. Mai 1437 die Städte Zürich,Chur, die Freih. von Nhäzuns, Gr. Heinrich von Sar und Gaudenz von Hofsicttcn denWaffenstillstand aufkündigte» und dem Herzog Friedrich und dessen Kastellan in Freuden-berg eigene Absagebriefe zusendeten.