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rung wurde aufgehoben und Herzog Friedrich oon Teck behielt den bestrittenen An-theil von Mindelheim, bis er ihn später (1374) dem Domkapitel von Augsburgzurückgab ^).
Von Gr. Eberhard sind noch zwei Urkunden vorhanden, eine eint. StuttgartMontag nach St. Johanni 1402, in welcher er bezeugt, die Heimsteuer seiner Frau ,von seinem Schwiegervater, dem Freih. von Zimmern, mit 2266 As Italien. Heller .empfangen zu haben und eine zweite von 1407, welche einen Vergleich zwischen ihm !und Gerlach und Wolf von Gravenegg wegen der Vogtei über die Güter des Klo-sters Wettenhausen in Schmittenbach enthält. Gr. Eberhard II. von Werdcnbcrgstarb im Jahre 1416. Vor seinem Tode ersuchte er seinen Freund und Herrn, denGr. Eberhard von Würtemberg, sich seiner Kinder, die noch zum Theil unmündigwaren, anzunehmen. Gr. Eberhard von Würtemberg willfahrte dieser Bitte undbesorgte noch in diesem Jahre (1416) die von Gr. Eberhard von Werdcnbcrg an-geordnete Stiftung eine Jahrestagsmesse und Stiftung in Trochtelfingen^), gabauch dessen Söhnen obige Urkunde wegen den von ihrem Vater gemachten Auslagen.'Anna von Zimmern, des Grafen Eberhard von Werdenberg Gattin, überlebteihren Gemahl noch lange (noch 1441 am Dienstag nach Maria Geburt stellte sieeine Urkunde aus). Er hinterließ vier Söhne, die die Urkunde von 1416 Hein- ^rieh X., Johann in., Eberhard IH. und Ulrich I. nennt, den letztem heißt dasTodten- oder Seelbuch von Trochtelfingen gleichfalls Heinrich, was aber selbst nachspäteren Urkunden unrichtig ist. Außerdem hatten Gr. Eberhard und seine Frau, lAnna von Zimmern, eine Tochter Agnes, welche mit Gr. Ludwig von Oettingenverheirathet war. Am Donnerstag vor Hilariustag 1423 verzichtete sie vor demHofgerichte zu Rotiweil mit Zustimmung ihres Gemahls Ludwig, dessen BrudersGr. Friedrich von Oettingen, sowie der Gr. von Oettingen Schwestersohn, desHans von Helfenstein, welche am Freitag vor St. Nikolaustag 1422 deßhalb einenConsensbrief ausstellten, auf alle Ansprüche auf ihre väterl. u. mütterl. Erbschaft zuGunsten ihrer vier Brüder. Sie wiederholte diese Verzichtleistung unter Vermittlungdes Gaudenz von Rechberg zu Hohenrechberg, Werners von Zimmern und Heinrichsvon Rischach zu Dietfurt im I. 1441 am Luzientag, nachdem vorher, am Donner-
1) Herzog Friedrich von Teck hatte einen Theil der Stadt und Feste Mindelheimerworben, das übrige gehörte der Familie von Hochschlitz. Ersterer vertrieb nun letzteremit Gewalt aus ihrem Eigenthum, welches sie, als der schwächere Theil, leiden mußten.
Da nun ihr Vetter, Walter, Bischof zu Augsburg wurde, so beredeten sie ihn, ihreAnsprüche auf Mindelheim zu unterstützen. Bischof Walter ließ sich bereden, zog mit sei- §ner Macht vor Mindelheim und fand da seinen Tod. Pl. Brauns Geschichte der Bischöfevon Augsburg. II. Bd. S. 479. Vergl. CrustuS, I. Th. S. 942.
2) Sattlers t. e. II. Th. S. 54.