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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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erfolgt sein, indem die Bescheinigung des Empfangs dieses Geldes erst am Dienstagnach Christi Himmelfahrt 1441 von dem Gr. Johann, seiner Frau und seinen bei-den Brüdern, Ulrich und Eberhard ausgefertigt ist'), auch gegen die Gräfin M.Anna, geb. Freist, v. Zimmern, die Mutter des Gr. Hans und des letztem beidenBruder erst am Dienstag nach M. Geburt 14412) ihre Einwilligung, daß dieNiederlage der Heimsteuer der Gräfin Elisabeth mit 8000 Fl. auf Sigmaringenund Beringen versichert werden dürfe und die wirkliche Versicherung wurde erst vordem Hofgerichte in Rottweil am Dienstag nach Mathias 1443 ausgefertigt. Dasgute Vernehmen zwischen dem Grafen von Würtemberg und den beiden Grafenvon Werdenberg scheint durch obige Uebereinkunft von 1430 wieder hergestelltworden zu sein, indem später nicht nur die Grafen Eberhard und Hans vonWerdenberg unter den Räthen der Grafen von Würtemberg erscheine» ^), son-dern auch die Grafen Ludwig und Ulrich von Würtemberg in ihren Geldver-legenheiten, in welche sie geriethcn, theils durch die vielen Fehden, noch mehraber durch den steten Ankauf neuer Besitzungen, wozu ihnen die immer größereVerarmung und Verfall des Adels so manche erwünschte Gelegenheit darboten, wie-derholt an den Gr. Hans sich wendeten, theils um Geldvorschüsse von ihm zu erhal-ten, theils, daß er nach damaliger Sitte Bürge für die von ihnen gemachten Schul-den sei.

So finden sich in dem Fürstl. Fürstenb. Archive mehrere Originalbriefe'') vomDez. 1430 bis 1431, nach welchen derartige Anforderungen von den beiden Gra-fen Ludwig und Ulrich von Würtemberg an den Gr. Hans, den sie »den Wolge-bornen lieben Öheme Gravn Hans" nennen, gemacht werden. Die bedeutendstenwaren: Gr. Hans solle Bürge sein für beide obigen Grafen für 4000 Fl. gegenUlrich von Ramingen, für 2000 Fl. gegen Pankraz von Stadion, für 5500 Fl.gegen Ego v. Reischach, für 5000 Fl. gegen Bolz von Weitingen, für 1500 Fl.und 2000 U Hl. gegen Konrad von Bubenhofen und Eberhard von Freiberg, des-gleichen für den Gr. Ludwig um 12000 Fl. gegen den Gr. Johann von Helfensteinund dessen Sohne: Ulrich und Konrad, um 6000 Fl. gegen Barbara Eberhardsvon Landau sel. Wittwe rc. Diese ziemlich bedeutenden Bürgschaften (32000 Fl.),welche Gr. Hans den Grafen von Würtemberg leistete, beweisen immer, daß Gr.Hans eine geordnete Haushaltung führte und in Beziehung auf seine Vermögensver»

') Urk. im Archiv zu Sigmaringen.

2) S. Anh. Nr. 23 t und 234.

0) Crusius row. ti. S. 59.

») S. Anh. Nr. 205. 210. 239. 240.