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1000 fl. auf die Herrschaft Sigmaringen mit kaiserl. Bestätigung (1160) ver-sicherte. i) So glaubte nun Graf Hans alles gethan zu haben, um die Ruhe undden Frieden seiner alten Tage zu sichern. Aber noch einmal erhob sich ein Sturm,der, wenn auch schnell vorübergehend, doch einen Theil seiner Besitzungen verheerteund auch die übrigen schwer bedrohte.
Es gab nämlich, wie wir schon oben bemerkten, einige vom Adel, welchen dienach und nach ins Leben tretende Ordnung nicht gefallen wollte, indem die Bünd-nisse des Adels und der Städte ihrem oft frevelnden Uebermuthe Schranken setztenund sie sich (wenigstens behaupteten sie eS) in ihren althergebrachten Rechten undadelichen Freiheiten gekränkt fühlten, indem sie nicht mehr wie sie wollten und soweit ihr Schwert reichte, rauben und plündern und den sauren Erwerb des Land-manns und Bürgers für sich ausbeuten konnten, da das Gesetz, der Fürsten und derVereine Macht drohend und hindernd ihnen entgegentraten. Diese Klasse des Adelswar zwar nicht mehr so zahlreich, nachdem die Grafen von Würtemberg den Schleg-ler-Bund gebrochen, die Martins-Brüder tief gedemüthigt, und die Städter somanche Burg und bisher für unüberwindlich gehaltene Feste mit Macht erobert undzerstört hatten. Doch gab es immer noch einige, welche, oft tapfere, selbst ritterlichgesinnte Männer, sich nicht in diese neuen Verhältnisse schicken konnten oder wollten,und die unter der Hand und so weit es ohne ihren Schaden geschehen konnte, vonihren adelichen Mitbrüdern, welche wohl gleiche Gesinnung hegten, aber diese lautauszusprechen sich nicht getrauten, unterstützt wurden. Hiezu kamen noch die sog.Reutcrsknechte und Söldner, die sich um Lohn von Fürsten, Städten, kurz vonJedermann, der sie bezahlte, im Kriege gebrauchen ließen und die, an Mord, Bren-nen und Raub gewöhnt und verwildert, nach geendigtem Kriege entlassen, allerfriedlichen Unterhaltsmittel beraubt, sich Jedem Hingaben, bei dem oder durch den sieBeute und Sold erhalten zu können glaubten. Zu diesen beutelustigen, unruhigenMenschen gehörte um diese Zeit vor allen im westlichen Schwaben Hans von Rech-berg, Herr zu Schalksburg (bei Balingen), zu Rainstein und der Herrschaft Falken-stein auf dem Schwarzwälde, von dem wir schon oben S. 345 hörten. Mit demGelde, das er von den Reichsstädten als Entschädigung erhalten hatte (1457),baute er auf dem Schwarzwalde auf einer steilen Felsenhöhe, an deren Fuß derFlecken Schramberg, von dem Waldbache Schiltach durchrauscht, liegt, eine großefeste Burg; deren ansehnliche Ruinen noch drohend auf die Thalschlucht herabsehen.*)
1) S. Anh. Nr. 2S0.
2) Das Bergschloß bei Schramberg wurde erst im I. 1688 vo» den Franzosen er-obert und mit Mühe zerstört.