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Dormettingen und Benzlngen um 800 fl., verbrannte Feldhausen, Harthausen undMelchingen. Die übrigen Dörfer »so Grav Hans von Werdenberg uff der Albhat, plündert er merthails, den Raub und Nam von Leuten und Vieh schickt er uffdie Schlösser Thwiel, Schalzburg und Schramberg, das alles ward unter sy dreyaußgebeutet. Solch Gewerb trieb Hans von Rechberg biß umb Gall (16. Oktbr.)in die fünffe Wochen." Das gleiche thaten Eberhard von Klingenberg und Wolfvon Asch, welche von dem Hohentwiel in das Hegau und in das Heiligenbergischeeinfielen, und auf ähnliche Weise die Werdenberg und ihre Freunde, Unterthanen,beschädigten. Gr. Hans war alt und schwach, seine Söhne entfernt, er auch aufsolche Angriffe nicht vorbereitet; da sendete er zu seinen Verwandten und Freunden,besonders au den St. Georgen-Bund und die Seestädte, mit welchen er in besonde-rer Verbindung stand, um Hülfe und Schutz. Wirklich machten sich diese auch aufund zogen vor Hohentwiel, um dieses zu belagern, darinn »dazumal obbemelteEberhard von Klingenberg und Wolfvon Asch vil guoter Kriegßleut von Adel,und sonst hetten, die auch persönlichen dalagen, Darneben war solch Schloß mitaller Notturft dermalen versehen, das sy die findt mit endtsaßen" (fürchteten.) —Wirklich mußten auch die Belagerer bei dem Einbruch der stürmischen Herbstwitte-ruug die Belagerung aufheben und »»verrichteter Sache abziehen. Da faßte Gr.Hans von Rechberg den Entschluß selbst vor Heiligenberg zu ziehen »und sambtdemselbigen die zugehörige Landschafft ganz zu waltiglichen und einzunemmen."Nun wendete sich im Namen des Gr. Hans von Werdenberg und auch des St. Ge-orgen-Bundes, Wernher Freih. von Zimmern, ein Anverwandter der Werden-berger und angesehener Rath der Grafen von Würtemberg an diese letztem, die Gra-fen Ulrich und dessen Bruderssohn Eberhard von Würtemberg um Schutz undHülfe. Beide fanden sich hiezu verpflichtet, indem sie erst den 29. August 1464 Zein Bündniß mit dem Gr. Hans, als Hauptmann des Georgen-Schilds abgeschlos-sen hatten, auch mochte ihnen wohl selbst daran gelegen sein, den Landfrieden zuerhalten uno derartige Gewaltthaten nieder zu halten. Auch Markgraf Karl vonBaden, Gr. Eberhard von Sonnenberg nahmen sich dieser Fehde zu Gunsten derWerdenberger an I. c. -—
An die würtemb. Aemter ging daher das Aufgebot 2) und Gr. Jos. Nikolausvon Zollern, ein Tochtermann Gr. Hansen, zog mit dem Aufgebot aus dem An-
Sattlers Gesch. Würtembergs III. Bd. S. 38.
2) Das Hans Würtemberg verdankt sein Aufkommen, sowie seine nachmalige Größenebst den persönlichen ausgezeichneten Eigenschaften des großen Theils z seiner Regenten,besonders einer Negiernngsmaßregel, welche den Regenten in nähere Verbindung mit denBürgern und Landleuten brachte und ein« Art allgemeiner Landwehr bildete, wie sie, we-