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vogt die Bauern seines Amtes auf, eilte dem Er. Hans nach, um ihm den Raubabzujagen. Er holte ihn auch ein, aber die schlechterbewaffneten, in dem Waffen-handwerk ungeübten Landleute wurden bald von dem Hans von Rechberg und seinenkriegserfahrenen Gesellen geworfen und flohen nach allen Seiten hin. Hans vonRechberg verfolgte fie auf dem Wege, welcher durch Hohlwege und Schluchten überdas Gebirg hinzieht, „da hat ein armer Bauersmann der auch all' sein Tag kainSchütz geweßt, an ainer staig sich verborgen; und als Hans von Rechberg daselbstan fürreytend an der staig hinzog, hat bemelter Paur von weitem aufs ihn abgeschos-sen, In getroffen, aber nit verlezt, sondern es ist Im unwissendt der Pfeil in ainemErmel behängt, den alß er vorn Roß absteen wellen Iin selbs in Leib getrukt hat."Dadurch tödtlich verwundet, ließ er sich nach Villingen bringen, woselbst er in einemBürgershause (13. Novbr.) starb. Seine Gesellen auf Schramberg wollten denRaubkrieg, der ihnen zusagte, fortsetzen; allein die Frau des Verstorbenen, Elisa-beth, eine geb. Gräfin von Werdenberg - Sargans, welche sich auf der Feste befand,schloß einen Waffenstillstand ab und Gr. Eberhard von Würtemberg ging, da ohne-dieß der Winter einbrach, nach Hause. Nun wurde unterhandelt. Herzog Sigis-mund von Oestreich schickte seine Räthe und vermittelte, Schramberg blieb der Wittwedes Hans von Rechberg, Eberhard von Klingenberg, Kaspar, Heinrich, Wolfgangund Albrecht, seine Brüder, mußten in den Verein des Georgen-Schildes eintreten,und dessen Gesetzen sich unterwerfen, einige Entschädigung leisten, auch auf alle An-sprüche an Würtemberg wegen Schalksburg verzichten. Die Spruchmänner warenGr. Hugo von Montfort, Thüring von Hallwill und Konrad von Stain; ebendiese sollten auch mit Ulrich von Frandsperg wegen Schramberg^) sprechen (Vergl.28. Jan. 1465). So ging auch diese Gefahr an dem alten Gr. Hans von Wer-denberg vorüber und er verlebte seine letzten Lebenstage in Ruhe, bis er am 27. Apr.1465 starb und in der Pfarrkirche zu Trochtelfingen beigesetzt wurde. Seine Frau,die Gräfin Elisabeth von Würtemberg, überlebte ihn noch mehrere Jahre, indem sienoch im Jahre 1476 am Leben war.
Dieser Hans, als er mit seinem Bruder Eberhard die Erbschaft seiner Eltern
') Herzog Sigmund stellte zu Blberach den 28. Januar 1465 eine eigene Urkundeaus, nach welcher er die Grafen Ulrich und Eberhard von Würtemberg, die Grasen Jo-hann, Eberhard und Georg von Werdenberg, den Grafen Johann von Sonnenbcrg, denMarkgrafen Carl von Baden und den St. Gcorgenschild einer — und die Ebcrh., Kaff-,Heinrich, Albrecht und Wolfgang von Klingenberg anderer Seits, wegen ihrer bisherigenFehde vergleicht. K. würtemb. St. - Arch. S. auch Sattl. Gesch. der Gr. von Wür-temberg. lom. ttl. S. 38. und das tMronie. Lllrvsoeu». sü null. 1464 und Beil. Nr.3». und 31. S. 39.